Planer legen neue Berechnungen vor

70 Millionen für die Rathaussanierung

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MARL - Die Sanierung des denkmalgeschützten Marler Rathauses wird nach neuen Berechnungen rund 70 Millionen Euro kosten. Nach bisherigen Kostenschätzungen waren die Angaben bereits von zunächst 39 Millionen auf 53,9 Millionen Euro korrigiert worden.

Die Kostenangaben für Marls größte städtische Baustelle werden damit zum dritten Mal deutlich angehoben. Laut einer jetzt vorliegenden Entwurfsplanung für die Sanierung fallen unter anderem für die Bereiche Brandschutz, Statik und Energieeinsparungen erhebliche Mehrausgaben an, erläuterte Sebastian Helm vom Planungsbüro HPP International am Dienstagnachmittag im Rathaus. Allein für die gestiegenen Baupreise seit 2013 setzen die Planer insgesamt rund 8,1 Mio. Euro zusätzliche Kosten an.

Nachdem bisher allein auf planerischen Grundlagen und mit Vergleichswerten mögliche Sanierungskosten ermittelt worden sind, liegen jetzt Ergebnisse zum Beispiel von Schadstoffuntersuchungen vor. Auch das Brandschutzgutachten zeigt auf, dass für den Brandschutz mehr Geld ausgegeben werden muss als angenommen. Diese Defizite beruhen zum Teil auf den neuen gesetzlichen Anforderungen, sind zum Teil aber auch darin begründet, dass schon in den sechziger Jahren geforderte Standards nicht eingehalten wurden.

Die Kostenberechnung soll nun Grundlage für den ersten Förderantrag sein, über den der Rat nun schnell entscheiden muss. "Ohne öffentliche Mittel wird der Bau nicht zu machen sein", so Kämmerer Michael Dinklage. Zur Finanzierung des Sanierungsprojekts muss die Stadt aber auch eigene Kredite aufnehmen.

Den Angaben von 70 Millionen Euro liegt eine sogenannte plausibilisierte Kostenberechnung zugrunde. Wie teuer die Rathaussanierung am Ende tatsächlich wird, kann noch nicht abschließend beurteilt werden. "Wir haben versucht, alle Risiken auszumachen", erklärt Baudezernentin Andrea Baudek. "Wir wissen jetzt zu 100 Prozent, was gebaut werden soll", so Sebastian Helm. Ein Restrisiko wie bei jeder Sanierung bleibe.

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