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Ein symbolischer Beitrag zum Klimaschutz: Marler Jugendliche pflanzen eine Wildbirne im Stadtkern vor Wohnen West.

100 Ideen für eine bessere Umwelt

Klimaschutz in Marl: Was Schüler ändern wollen

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Klimaschutz fängt damit an, das Wasser abzustellen, wenn man es nicht braucht. Das sagt Fatima Deniz, die die Friday-for-Future-Demo mitorganisierte. Mit anderen Jugendlichen war sie bei der Schülerklimakonferenz - um Marl klimafreundlicher zu machen.

50 Schülerinnen und Schüler brachten am Mittwoch im Rathaus ihre Ideen für mehr Umweltschutz in Marl ein. Der Bürgermeister hatte sie eingeladen. Die Schüler sammelten fast 100 Vorschläge: von Unverpackt-Läden und Trinkwasserspendern über Dachbegrünung und Solaranlagen bis zu intelligenteren Ampelschaltungen und einem Besentag eigens an Marler Schulen. Auch Marler Stadtwerke mit Ökostrom fänden sie gut. 

Die Liste ist lang. Jetzt kommt es darauf an, sie umzusetzen. Die Schüler diskutierten ohne erhobenen Zeigefinger, räumten ein, dass sie selbst nicht immer klimafreundlich handeln. Aber alle wollen, dass sich etwas ändert. Dringend! 

„Ich hoffe, dass wir hier nicht nur darüber reden, sondern tatsächlich handeln“, sagt Fatima Deniz (16), Schülersprecherin am Gymnasium im Loekamp. Sie hatte die Fridays-for-Future–Demo im März mitorganisiert. Viele Ideen, meint sie, seien leicht umzusetzen: „Mir war gar nicht bewusst, dass Ökostrom kaum mehr kostet.“ 

„Der Klimawandel ist in den Griff zu kriegen“ 

Das rechnete der Marler Meeresbiologe Prof. Frithjof Küpper (47) vor. Er gab einen Impulsvortrag, den viele Schüler spannend fanden (siehe Info). Küpper lehrt im schottischen Aberdeen. Bei Forschungen im Amazonas-Regenwald, in der Wüste Kuwaits und der Antarktis befasste er sich mit dem Klimawandel und extremen Lebensbedingungen von Pflanzen. 

Küpper bleibt optimistisch: „Wenn wir bereit sind zu Innovationen, kriegen wir den Klimawandel in den Griff.“ Den Schülern machte er ein Kompliment: „Vielen Dank, dass Eure Generation das Thema aufgegriffen hat! So ist es auf Nummer 1 der Prioritätenliste gekommen.“ 

Vegane Pizza für alle

Michael Klement (31), seit Februar Marler Klimaschutzmanager, wird die Vorschläge der Schüler nun dokumentieren und in das städtische Klimaschutzkonzept einarbeiten. Bürgermeister Werner Arndt regte an, dass jede Schule „Klimawächter“ stellt. Diese Schülerinnen oder Schüler sollen darauf achten, dass ihre Vorschläge auch umgesetzt werden. Neben Frithjof Küpper unterstützten weitere Marler Experten die Schüler. Zwischen den Klima-Workshops stärkten sich alle mit veganer Pizza. 

Auch für erwachsene Bürger der Stadt soll es nach den Sommerferien einen Klimaschutz-Workshop geben. Der Bürgermeister kündigte außerdem eine insel-Ringvorlesung zu dem Thema an. Dafür will die Stadt Naturschützer, Imker und Kleingärtner gewinnen – und Prof. Frithjof Küpper.

Ein Interview mit Fatima Deniz und Vorschläge von Prof. Frithjof Küpper lesen Sie am Donnerstag in der Marler Zeitung.

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