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Die Theke im Sport-Eck ist mit Flatterband gesichert.

Corona-Pandemie

Marler Gastronomin erlebt nach Wiedereröffnung ihrer Kneipe eine Überraschung

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Seit Montag dieser Woche ist das Sport-Eck in Marl-Sinsen wieder geöffnet. Die Gäste haben darauf offenbar schon gewartet.

  • Bianca Pulver vom Sport-Eck in Sinsen demonstriert gegen die Maßnahmen der Landesregierung.
  • Für sie ist es ein Existenzkampf.
  • Ken Sheerins, Betreiber von Mulvany‘s Irish Pub, schaut optimistischer in die Zukunft.

Update, Mittwoch, 13. Mai, 11.41 Uhr: Nach der Wiedereröffnung ihrer Kneipe Sport-Eck am Montag dieser Woche war Wirtin Bianca Pulver positiv überrascht: Viele Gäste sind vorbeigekommen, sie alle hatten zuvor den Artikel in der Marler Zeitung gelesen. "Einige Gäste haben Blumen mitgebracht", berichtet Bianca Pulver: "Andere sagten 'eins trinke ich noch, damit Geld in deine Kasse kommt'".

Unsere bisherige Berichterstattung:

Bianca Pulver hat vor dem Sport-Eck in Sinsen ihre eigene kleine Demonstration gemacht: Eine Stuhlreihe vor der Kneipe, darüber ein handgemaltes Schild „Ich bin es leid. Ich vermisse euch sehr“.

Leere Stühle vor der geschlossenen Kneipe: So hat Bianca Pulver vom Sport-Eck in Sinsen auf ihre Misere aufmerksam gemacht. 

Bianca Pulver fühlt sich im Stich gelassen – auch wenn sie wie viele Kleinunternehmen relativ zügig in der Corona-Krise die Soforthilfe der Bundesregierung bekommen hat – rund 9000 Euro für drei Monate. „Aber das reicht nicht“, sagt die Marlerin. Sie fürchtet um ihre Existenz und teilt diese Sorgen mit weiteren Kolleginnen und Kollegen, die keine Speisegaststätten, sondern Kneipen führen und darum zum Beispiel auch nicht von der Senkung der Mehrwertsteuer für Gastronomiebetriebe auf 7 Prozent profitieren. „Wir haben Angst“, so die Sinsenerin. „Und wir wissen gar nichts.“

Gastronomen aus Marl sind verzweifelt 

Auch Ken Sheerins, Betreiber von Mulvany‘s Irish Pub in Alt-Marl, fiebert der Wiedereröffnung entgegen. „Wir brauchen ein Datum von Frau Merkel“, sagt er. Doch er betont auch: „Aber ich bin sicher, wir schaffen das“. Die Corona-Pause hat er genutzt, um zu renovieren, den Biergarten mit einer neuen Bepflanzung zu gestalten, drinnen und draußen neu zu dekorieren. Jetzt ist alles bereit für den Neustart. Dass der Betreiber des Irish Pub die Krise gut übersteht, liegt an der Soforthilfe des Bundes, die er ebenfalls bekommen hat. „Aber nicht zuletzt auch an meinem großartigen Vermieter, der zurzeit auf die Pacht verzichtet“, betont Sheerins. „Wir können ihm gar nicht genug dafür danken.“ So bleibt es bei den Nebenkosten von rund 550 Euro im Monat, die aus der Soforthilfe gezahlt werden können.

Bianca Pulver vom Sport-Eck fürchtet, dass die Corona-Krise das Sterben der kleinen Kneipen befördert, das ohnehin schon begonnen hat. Und dass damit auch ein Stück Kultur verschwindet. Kneipen sind Treffpunkte in den Stadtteilen. „Die Leute kommen, weil sie Gespräche und Geselligkeit suchen“, sagt die Sinsenerin. „Aber für viele Wirte wird es jetzt brenzlig. Wenn alles gut geht, halte ich den Mai vielleicht noch durch.“ 

Eine ausführlichere Version des Berichtes finden Sie im e-Paper der Marler Zeitung.

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