Ansicht eines Wettbüros
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Im Lockdown ist Zocken erlaubt: Die Wettbüros in Marl dürfen öffnen. (Symbolbild)

Corona-Auflagen

Ordnungsdienst hat jetzt die Wettbüros im Blick

  • Thomas Fiekens
    vonThomas Fiekens
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Da staunt mancher Marler: Sportwetten-Annahmestellen dürfen weiter geöffnet haben, Lockdown hin oder her. Das Ordnungsamt der Stadt staunt bisweilen auch – denn die Corona-Auflagen in den Wettbüros werden bisweilen frei interpretiert.

Gerade gestern erst bestätigte das Presseamt auf Anfrage, dass aktuell drei Ordnungswidrigkeitsverfahren anhängig sind. Jetzt erst einmal der Reihe nach: Kneipen und Restaurants dürfen keine Gäste einlassen, Friseursalons und viele Geschäfte sind geschlossen. In Supermärkten, Fahrrad- und Autowerkstätten hingegen läuft der Betrieb weiter, im Gesundheits- und Pflegebereich sowieso. Ist alles erlaubt, das Coronavirus macht den Begriff „systemrelevant“ zum populären Wort.

Wie gehabt werben allerdings auch weiterhin Sport-Wettbüros buchstäblich als Licht in dunkler Pandemie-Nacht grellbunt mit Gewinnverheißungen bis in den Morgen hinein.

Jeder Bürger darf für sich entscheiden, wie „systemrelevant“ die mit Wettgeldeinsatz behaftete Vorhersage des Spielausgangs von „Biyala SC - Maleyeit Kafr El Zayiat“ (2. Fußballliga Ägypten) sein kann. Oder von „Guangzhou Long Lions 20 - Shanxi Loongs“ (Basketball, China) oder der epochalen Partie „Titans - Knights“ (Cricket, Südafrika)… Der Gesetzgeber jedenfalls hat sich entschieden und auf Zockers Seite geschlagen: Die Öffnung der Wettbüros – davon sind offiziell bei der Stadt Marl sechs registriert – ist rechtens. Spielhallen und Spielbanken hingegen müssen nach Anordnung des Landes mindestens bis zum 31. Januar geschlossen bleiben.

Auf der Internet-Seite der Landesregierung heißt es dazu: „In Wettannahmestellen und Wettbüros ist nur die Entgegennahme der Spielscheine, Wetten und so weiter gestattet. Ein darüber hinausgehender Aufenthalt (etwa zum Mitverfolgen der Spiele und Veranstaltungen, auf die sich die Wetten beziehen) ist unzulässig.“ Wettbüros seien in puncto Tippschein-Abgabe mit Lotto-Annahmestellen vergleichbar. Klar ist dabei: Die Anzahl der Kunden in den Geschäftsräumen ist ausdrücklich vorgegeben, eine Person pro zehn Quadratmeter ist die Grenze.

Rein, raus, aus: So ist es grundsätzlich erlaubt, dass Wettbüros geöffnet sind – wenn das im Rahmen der Corona-Schutzverordnung geschieht. Doch genau das sei in den aktuellen Fällen nicht der Fall gewesen, heißt es beim Ordnungsamt. „Die Kollegen des Ordnungsdienstes werden weiter Sportannahmestellen im Blick haben und Hinweisen nachgehen“, so Stadtsprecher Rainer Kohl.

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