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Michelle, Paul und Marie, Tyler und Jana, Max und Marlon (v.l.) erfahren im Konfirmandenunterricht von Pastorin Sabine Bärenfänger, wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen oder sich mit dem Rollator zu bewegen. —Foto: Heinz-Peter Mohr

Ab 2019

Zwei Mal Konfirmandenunterricht

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MARL - Die Evangelische Stadtkirchengemeinde (esm) möchte den Konfirmandenunterricht ab 2019 auf ein Jahr verkürzen. Möglich macht das eine Teilung der Unterrichtseinheiten. Die Dreifaltigkeitskirche hat bereits gute Erfahrungen mit dem neuen Modell.

Vor zehn Jahren hatte es die damalige Pastorin Astrid Faber in Brassert als Pilotprojekt ausprobiert. Seither kommen dort jedes Jahr Drittklässler zum Konfirmandenunterricht – zurzeit bei Pastorin Sabine Bärenfänger und ihrem Team.Aktuell ist Diakonie das Thema. Die acht bis neun Jahre alten Kinder erfahren vieles über Hilfe und Solidarität. Beim Stationenlauf erleben sie hautnah, wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen, sich auf Krücken oder mit dem Rollator zu bewegen. Auch in die Lage von Gehörlosen versetzen sich die Mädchen und Jungen: Wie teile ich mit, dass jemand das Fenster schließen soll, wenn ich nicht sprechen kann? Einige Kinder finden es superschwierig, diese Bitte pantomimisch darzustellen. Justus dagegen hat eine Idee. Er verschränkt die Arme und bibbert: „Wenn es kalt ist, dann zittert man...“

Mit Begeisterung machen in Brassert 40 Kinder mit. Sie sagen es dem Team direkt, wenn sie mal eine biblische Geschichte nicht glauben können. Ihre Spontanität und Neugier ist der Grund, weshalb die Evangelische Stadtkirchengemeinde (esm) künftig alle evangelischen Kinder aus den dritten Klassen zum Konfirmandenunterricht einladen will. „Drittklässler sind sehr viel offener als Jugendliche in der Pubertät“, sagt die esm-Vorsitzende Kirsten Winzbeck: „Sie fragen auch, warum nur die katholischen Kinder zur Kommunion gehen. Durch den Konfirmandenunterricht für Kinder erreichen wir sehr viele Familien. Weil das ein großer Erfolg ist, wollen wir das jetzt in der ganzen Stadtkirchengemeinde machen.“

Künftig wird die esm zweimal zum Konfirmandenunterricht einladen: Die Drittklässler sind vom Januar bis zum großen Tauffest in den Sommerferien an der Reihe. Fünf Jahre später werden die 13- bis 14-Jährigen vom Herbst bis zum Mai als Konfirmanden unterrichtet. Bei zwei Themen-Freizeiten lernen sie sich näher kennen. „Für manche Jugendliche in der schwierigen Pubertätsphase ist Konfirmandenunterricht eher uncool“, räumt Kirsten Winzbeck ein. „Aber trotzdem bleiben einige bei uns. Sie helfen bei Jugendtreffs, fahren mit Kindern zu Freizeiten oder machen im Gottesdienst für Kinder und Jugendliche Programm.“

Weil der Terminkalender durch Schule und Hobbys häufig eng ist, soll die Konfirmandenzeit auf ein Jahr verkürzt werden. Von 2019 bis 2023 will die Stadtkirchengemeinde das neue Modell einführen. Alle, die keinen Unterricht in der dritten Klasse hatten, sollen bis dahin noch das „volle Programm“ im Jugendalter erleben.

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