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Auf dem Gelände an der Merkurstraße soll unter dem Stichwort „Spielplatz der Nationen“ ein Park für alle Bewohner des Stadtkerns Ost entstehen.

376.000 Euro Eigenanteil für die Stadt

Weniger Geld für Spielplatz der Nationen

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MARL - Weniger Geld aus einem Fördertopf des Landes als erhofft fließt in das Projekt "Spielplatz der Nationen", der an der Merkurstraße entstehen soll.

Die Mehrheit der Marler Ratspolitiker hatte ihre Zustimmung zum Umbau des Spielplatzgeländes im Juli davon abhängig gemacht, ob das Land eine Förderung bewilligt. Die Fraktionen bum/FDP und „Wir für Marl“ lehnten ab. Die Stadtverwaltung ging zunächst sogar von bis zu 90 Prozent Kostenübernahme bei dem mit 930.000 Euro Gesamtkosten veranschlagten Projekt aus. Statt den erhofften 93.000 Euro Eigenanteil werden entsprechend der Förderzusage des Landes vom vergangenen Freitag und der bisherigen Kostenschätzung aber rund 376.000 Euro fällig. Das Fördergeld stammt aus dem Paket „Soziale Integration im Quartier“. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in Düsseldorf (9,3 Mio. Euro) und der Bund (46,2 Mio. Euro geben dafür insgesamt 61,7 Mio. Euro aus. Gefördert werden Bildungs- und Begegnungseinrichtungen, Bürgerhäuser und Stadtteilzentren, Sportanlagen, Spielplätze und Parks. Der „Spielplatz der Nationen“ ist Teil des Stadtentwicklungskonzepts für Marl-Mitte. Es geht um die rund 21.000 Quadratmeter große Grün- und Spielfläche im Bereich Merkurstraße /Venusstraße, die für die Familien des Quartiers ein zentraler Treffpunkt ist, auf der aber auch immer wieder mutwillig Zerstörung angerichtet wird. In den in den 1990er Jahren gebauten Mehrfamilienhäusern des Stadtkerns Ost gibt es rund 650 Wohnungen. Dort leben rund 1800 Bewohner, zum Teil in großen Familien mit vielen Kindern. Etwa 77 Prozent der Kinder in der Quartierskita kommen aus Familien, die keine Elternbeiträge bezahlen müssen, weil sie Sozialleistungen erhalten. Die Menschen stammen aus mehr als 20 Nationen. Viele Neu-Marler lassen sich hier als erstes nieder, viele Bewohner verlassen das Quartier nach kurzer Zeit wieder – etwa 20 Prozent pro Jahr. Sozialraumarbeit findet unter anderem im städtischen Bürgertreff Planetensiedlung statt, der Angebote für Kinder, Eltern und Gruppen aus dem Viertel macht. Die 1995 angelegte Grün- und Spielfläche an der Merkurstraße ist zentraler Treffpunkt für die Familien, die in der Regel keinen eigenen Garten haben. Neben Schaukel und Tischtennisplatten besteht das „Mobiliar“ derzeit aus einer großen Holzskulptur, die von Vandalen stark beschädigt wurde. Für die Instandhaltung des Platzes wurde in den vergangenen Jahren kaum Geld ausgegeben. Unter dem Stichwort „Spielplatz der Nationen“ soll diese Fläche als Dreh- und Angelpunkt für das Quartier neu gestaltet werden und die Verbindung zwischen Stadtkern und Scharounschule in Drewer herstellen, die ebenfalls Teil des Stadtentwicklungskonzepts ist. Wie der Spielplatz der Nationen später aussehen soll, ist Thema eines sogenannten Partizipationsprojekts. Mitarbeiter des MaKiMobils werden mit Unterstützung von Jugendsozialarbeitern unter anderem Befragungen der Bewohner, Mitarbeiter von Einrichtungen und der Nachbarschaften durchführen. Einen Vorschlag gibt es bereits: Das Freizeitangebot könnte mit einer Spieletonne erweitert werden. Paten sollen die Verwaltung übernehmen. Zu den teuersten Positionen des Umbaus gehört nach Angaben des städtischen Planungsamts der Wegebau, der in der Kostenschätzung mit 230.000 Euro angegeben ist. Teil der Projektkosten ist auch der Einsatz des MaKiMobils für vier Jahre.

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