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Die Vorberetingsgruppe freut sich auf die Veranstaltungen des 18. Abrahamsfestes, das am 16. September beginnt.

18. Abrahamsfest

Kinder sind der Mittelpunkt

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MARL - Das Abrahamsfest steht 2018 ganz im Zeichen der Kinder. „Bei vielen Veranstaltungen freut man sich, wenn die Eltern ihre Kinder mitbringen. Wir gehen den umgekehrten Weg: Wir hoffen, dass die Kinder ihre Eltern mitbringen“, sagt Isaac Tourgman, Kantor der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen.

15 Mitglieder der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft (CIAG) arbeiten regelmäßig in der Vorbereitungsgruppe für das Abrahamsfest mit, weitere schauen in unregelmäßigen Abständen hier vorbei. Ihnen allen liegt eins am Herzen: das friedliche Miteinander über die Grenzen der Nationalitäten, Kulturen und Religionen hinweg.

Bilder von Hetzjagden rechtsradikaler Gruppen auf Ausländer und Flüchtlinge bereiten auch den Mitgliedern Sorge, aber sie bestärken sie auch in ihrer Arbeit. „Wir waren nie eine reaktive Gruppe“, sagt Jens Flachmeier. „Die CIAG arbeitet schon seit den 1980er-Jahren zusammen, das Abrahamsfest gibt es jetzt zum 18. Mal. Ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit sind immer die Bildung und das Vermitteln von Kenntnissen über einander gewesen.“ „Wie wichtig die Information und das Kennenlernen sind, sieht man auch daran, dass die größte Furcht vor Fremden dort herrscht, wo es die wenigsten gibt“, ergänzt Pfarrer Roland Wanke von der evangelischen Stadtkirchengemeinde Marl. Intisar Saif lebt seit sechs Jahren in Marl und engagiert sich in der CIAG: „Weil das Miteinander im Mittelpunkt steht und wir so Vorurteile abbauen können“, sagt sie. Für Muammar Üce, Lehrer an der Martin-Luther-King-Gesamtschule, geht es auch um das Vermitteln von Werten. „Wir versuchen in der Schule, den Kindern die demokratischen Grundwerte zu vermitteln. In den Begegnungen mit anderen Kulturen und Religionen erfahren sie selbst, wie diese Werte dort gelebt werden. Das hinterlässt tiefe Eindrücke.“

„Das Abrahamsfest ist immer größer geworden, man kennt uns längst weit über die Grenzen von Marl und Recklinghausen hinaus“, ergänzt Lilia Vishnevetzka. Sie alle arbeiten an der Vorbereitung des 18. Abrahamsfestes, das in diesem Jahr unter dem Motto „Kinder, Kinder!“ steht. Es beginnt am Sonntag, 16. September, um 17 Uhr in der Synagoge in Recklinghausen. Es folgen bis zum Gastmahl im Rathaus in Marl am Mittwoch, 12. Dezember, um 17 Uhr insgesamt 25 Veranstaltungen, Aktionen und Workshops mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Schirmherr ist Heinz Hilgers, Vorsitzender des Kinderschutzbundes in Deutschland.

Beim Auftakt des 18. Abrahamsfestes in der Synagoge in Recklinghausen wirken zahlreiche Musikgruppen aus dem christlichen, islamischen und jüdischen Kulturkreis mit. Ein Familiennachmittag in der Scharounschule in Drewer schließt sich am Sonntag, 23. September, von 14.30 bis 17.30 Uhr an. Den Abschluss bildet wieder das große Gastmahl mit Kulturprogramm, das am Mittwoch, 12. Dezember, um 17 Uhr im Marler Rathaus beginnt. Zwischen diesen Terminen besuchen sich Kinder gegenseitig in Kirchen und Moscheen. Sie erleben Filmnachmittage, Jugendliche erklären kleineren Kindern ihre Gotteshäuser, und auch ein Besuch des Medienhauses Bauer in Marl steht auf dem Programm. „Unsere große Hoffnung ist, dass die Kinder das Erlebte und die positiven Impulse des Zusammenlebens in die Zukunft tragen“, sagt Jens Flachmeier. „Deshalb stehen sie in diesem Jahr in besonderer Weise im Mittelpunkt des Abrahamsfestes.“

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