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Schulleiter Joachim Posanski geht in den Ruhestand.

Acht Jahre Schulleiter gewesen

GIL-Chef geht in Pension

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MARL - Joachim Posanski (65) geht diese Woche in den Ruhestand. Pläne, was er alles macht, hat er noch nicht. Der Schulleiter liebt Freiräume und Flexibilität – für die Schüler, die Kollegen und für sich selbst.

Den festen Arbeitsrahmen hat Joachim Posanski auch früher schon verlassen: Am Willy-Brandt-Gymnasium Oer-Erkenschwick, das er 22 Jahre lang mit aufgebaut hatte, nahm er sich eine Auszeit von einem ganzen Jahr: Fünf Monate streunte er durch Kanada, fuhr mit dem Geländewagen durch die Sahara, die Elfenbeinküste, Ghana und Togo und gab das Auto in Burkina Faso ab, wo seine Schwester Entwicklungsdienst leistete: „Ich habe faszinierende Naturerlebnisse gehabt und einen Schatz an Erfahrungen gewonnen.“ Neue Wege ging Joachim Posanski nicht nur in der Wüste und in den Bergen, sondern auch, als er 2004 ans Gymnasium im Loekamp wechselte.

Acht Jahre leitete er zuletzt die Schule, die ihre Schüler laut Programm „zukunftsfähig macht“ – selbstständig und verantwortlich handelnd. „Es sind die ganz persönlichen, intensiven Erfahrungen mit Lehrern, die Schüler prägen“, stellt der Pädagoge rückblickend fest. Wenn Schüler offen sind, mit Freude und Bereitschaft lernen, hätten meist gute Lehrer ihr Interesse geweckt.

Das gilt auch für den Ganztagsunterricht, den Joachim Posanski am GiL initiiert und mit entwickelt hat: „Dafür war ich Lobby“, sagt er überzeugt. Ein Ganztagsgymnasium sei mehr als eine Nachmittagsbetreuung, das sei „Schule neu gedacht“: Hausaufgaben gibt es nicht mehr, nur Lernaufgaben. Die werden morgens oder nachmittags gemacht, aber nicht nach Hause mitgenommen. Montags, dienstags und donnerstags läuft die Schule bis 15.50 Uhr, sonst ist sie spätestens mittags zu Ende. Bis dahin arbeiten die Schüler größtenteils selbstständig, oft in mathematischen, naturwissenschaftlichen, musischen oder sportlichen Arbeitsgruppen. Meistens werden sie von ihren Lehrern betreut, manchmal auch von Trainern der Sportvereine und Musikschul-Pädagogen.

Segeln zum Abschied

Die Lernzeiten lassen den Schülern Freiheiten und für die Lehrer sei die Belastung nicht gestiegen, erklärt Joachim Posanski. So bekam der Unterricht einen neuen Rhythmus: Anregungen durch die Lehrer wechseln mit selbstständigem Lernen und Entspannung. So will die Schule Hektik und Hast entgegenwirken. Ergänzt wird der Ganztagsunterricht durch Sportangebote, Gesellschaftsspiele oder Rückzugsangebote im „Raum der Stille“ – je nach den Bedürfnissen der Schüler.

Intensive Beziehungen pflegen auch die Kollegen im GiL untereinander: Zum Abschied schenkten sie Hobby-Segler Joachim Posanski einen Törn in Friesland. Dort ließen 27 Pädagogen mit ihm die Leinen los. Sogar Ehemalige segelten mit. Für Joachim Posanski war es ein unvergessliches Geschenk. Auch im Ruhestand will der gebürtige Warsteiner und Vater zweier Kinder mit seinem kleinen Boot, „einem ZweiMann-Zelt fürs Wasser“ segeln. Was er sich sonst noch so vorgenommen hat? Bloß keine Pläne. Er bleibt ganz flexibel.

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