"Als Andersdenkenden abgestraft"

CDU stellt Uwe Göddenhenrich kalt

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MARL - Die CDU hat ihren ehemaligen Vorsitzenden Uwe Göddenhenrich (56) kaltgestellt. Aus dem neuma-Aufsichtsrat wurde er abberufen, dafür stimmten große Teile der CDU und die SPD in der Ratssitzung. Göddenhenrich nennt das "einen ungeheuren Vorgang", fühlt sich als Andersdenkender "abgestraft und erzogen".

An seiner Stelle wird dort Ralf Baumgärtner (CDU) stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Auch als Vorsitzender des Ausschusses für den Zentralen Betriebshof, Grünflächen und Verkehr, soll Göddenhenrich abgelöst werden.

Sein Antrag einer geheimen Abstimmung wurde abgelehnt. „Wir respektieren die demokratische Entscheidung einer anderen Fraktion und mischen uns nicht ein“, begründete der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Wenzel das Abstimmungsverhalten der Sozialdemokraten. Die kleinen Fraktionen enthielten sich, sieben Ratsmitglieder stimmten gegen die Abberufung des CDU-Rebellen. Darunter die Bürgerliste WIR für Marl, die UBP sowie Göddenhenrichs Parteikollegen Andreas Kolk und Hubert Börmann. „Wir sind gewählt worden, um zu streiten, aber nicht, um uns öffentlich bloßzustellen“, sagte Kolk: „Ich mache da nicht mit. Dieses Theater kotzt mich an.“

Aussicht auf Versöhnung?

Borsu Alinaghi (UBP, ehemals CDU) kommentierte: „Das ist das christliche Miteinander in der Union. Reicht da der Arm eines Investors in den Stadtrat hinein?“ Hintergrund der Anspielung: Uwe Göddenhenrich hatte die Bürgerinitiative zum Erhalt des Jahnstadion-Waldes unterstützt. An dem Wald will der CDU-Ehrenvorsitzende Hubert Schulte-Kemper mit seiner Fakt Immobilien AG das Wohngebiet „Hülser Waldpark“ bauen.

Offiziell nennt die CDU keinen Grund für seine Kaltstellung. „Interna, die zu so einer Entscheidung führen, werden wir nicht in der Öffentlichkeit diskutieren“, so der Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Dargel.

Heute zeigte sich Uwe Göddenhenrich wieder versöhnlich, der CDU-Vorsitzende Thomas Terhorst habe ihm ein Gespräch am runden Tisch angeboten: „Das finde ich sehr gut, wir haben den Willen, uns zu einigen und in ruhiges Fahrwasser zu kommen. Als CDU-Urgestein könnte ich nicht ohne mein allergrößtes Hobby, die Politik, leben. Dafür brenne ich, dafür habe ich Verantwortung übernommen.“

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