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Die Halde Brinkfortsheide aus der Luft gesehen. Im Auftrag der RAG wurden dort Messungen auf Radioaktivität vorgenommen. An der Halde wurden nach Aussage der Gutachter Werte innerhalb des natürlichen Spektrums gemessen.

Anwohner sind besorgt

Gutachter geben Entwarnung

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MARL - Messungen im Auftrag der RAG ergaben eine geringe radioaktive Belastung der Halde Brinkfortsheide Erweiterung.

Seit einem Jahr warnt die Bürgerinitiative Marl-Hamm immer wieder, dass die Halde radioaktiv belastet sei. Die Initiative hatte dort hohe Werte gemessen. Die Bergaufsicht sowie die Landesministerien für Umwelt und Wirtschaft halten die Befürchtungen für unbegründet. Das hat die Befürchtungen der Anlieger aber nicht zerstreuen können. Deshalb lud der Stadtplanungsausschuss auf Antrag der SPD-Fraktion Experten der RAG ein. Sie sollten klare Aussagen zur radioaktiven Gefahr an der Halde und in den Bächen machen. Doch Auskunft gaben sie jetzt nur in Bezug auf die Halde.

Physiker des unabhängigen Aachener Ingenieurbüros Brenk Systemplanung hatten im Auftrag der RAG Montan Immobilien im September 2018 Messungen vorgenommen. Mit einer Sonde und geeichten Geräten stellten sie an fünf Punkten die Belastung fest. Gemessen wurde am Auslauf der Halden-Abdichtung und am Ufer des Weihers, der das Sickerwasser aufnimmt. Ergebnis: Das Sickerwasser ist aus radiologischer Sicht völlig unproblematisch. Es erreiche sogar Trinkwasserqualität, sagt Gutachter Dr. Tobias Hein. An der Halde wurden Werte innerhalb des natürlichen Spektrums gemessen. Zahlen nannte der Gutachter nicht. Auch unserer Redaktion, die bei der RAG Montan Immobilien nachfragte, liegen sie noch nicht vor.

Aussage zu Gewässern fehlt

Paul Wagner, sachkundiger Bürger der Wählergemeinschaft Die Grünen, vermisst Aussagen über die radioaktive Belastung des Silvertbachs und Sickingmühlenbachs. Auf Fragen dazu waren die Experten nicht vorbereitet. Die Pflege der Bäche sei Aufgabe des Lippeverbands, erklärte Michael Laßl, Projektleiter der RAG Montan Immobilien. Fragen zur Belastung könnten deshalb nur mit dem Lippeverband erörtert werden. Laßl räumt ein, dass es höhere Werte im Grubenwasser gibt: Kohle habe einen zehnmal so hohen Uran-Gehalt wie die Erdkruste. Der RAG-Experte versprach, dass der Bergbaukonzern das Grundwasser viermal jährlich untersuchen wird – künftig auch auf radioaktive Belastung.

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