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Volle Reihen im Ratssaal. So viel Publikum hat der Stadtplanungsausschuss selten.

Anwohnern stinkt es

Neuer Nachbar sorgt für Ärger

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MARL - Der Geruch aus der ALBA-Müllsortieranlage im Chemiepark nervt viele Anwohner. Bis neue Technik installiert ist, werden noch Monate vergehen.

Die schnelle Lösung des Problems liegt dagegen für Marler Bürger auf der Hand: „Die halbe Stadt stinkt“, schimpfte Anwohner Rudolf Pohlmann. „Wenn der Probebetrieb nicht läuft, können Sie die Anlage doch nur dichtmachen.“ Im Stadtplanungsausschuss hatten die geplagten Nachbarn Gelegenheit, ihre Beschwerde direkt bei Uwe Küber, Geschäftsführer des Marler ALBA-Standorts, vorzubringen. Seit Januar ist der süßlich-faulige Geruch aus der neuen Sortieranlage für Leichtverpackungen laut Protokoll der Nachbarschaft fast jeden Tag wahrzunehmen. Außerdem werden Anwohner von Schwärmen kleiner schwarzer Fliegen geplagt. „Ich verstehe nicht, dass eine so große Müllanlage so dicht an unsere kleine Siedlung gebaut werden darf“, kritisierte Martina Günther.

Für Uwe Küber war es eine unbequeme Ausschusssitzung. Da half dem ALBA-Geschäftsführer kein Hinweis auf die 70 Arbeitsplätze in der Anlage. Die Sortieranlage für Verpackungsmüll macht mit ihren technischen Mängeln Marlern und, wie berichtet, auch Mitarbeitern des Chemieparks schwer zu schaffen. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Lösung“, bekräftigte Uwe Küber. Ans „Dichtmachen“ denken die Betreiber dabei nicht. Schnelllauftore sollen Abhilfe gegen die Geruchsbelästigung schaffen. Ein neues Gutachten soll außerdem Aufschluss geben, welche Luftfilteranlagen installiert werden müssen. Im Sommer soll es dann mit der Geruchsbelästigung endgültig vorbei sein.

Betriebserlaubnis ist Kreissache

„Ich wundere mich, dass die Bevölkerung nichts davon mitbekommt, wenn eine Müllsortieranlage mitten in der Stadt gebaut wird“, so Rudolf Pohlmann. Tatsächlich ist die Wertstoffanlage genehmigungsfähig, weil sie auf einem Industriegelände im Chemiepark steht – und auch nur hier und nicht mitten im Siedlungsgebiet stehen darf. Zuständig für die Erteilung der Betriebserlaubnis ist der Kreis Recklinghausen. Die Stadt Marl ist bei dem Genehmigungsverfahren für die Anlage außen vor, wie Bürgermeister Werner Arndt in der Sitzung betonte.

Zu 98 Prozent hat Müllsortierer ALBA seine Betriebsleistung im Chemiepark erreicht. Er sortiert gelben Müll von mehr als 6 Millionen Menschen im Ruhrgebiet. Gearbeitet wird in vier Schichten an sieben Tagen in der Woche. 80 Lkw-Ladungen kommen pro Tag an, 40 Ladungen mit gepressten Plastikmüll fahren ab. Bislang erfolgt die Anlieferung noch über den Lipper Weg. Doch damit ist am Wochenende Schluss, kündigte Geschäftsführer Küber an. Die Lkw-Zufahrt zum Betrieb erfolgt ab Montag über Tor 5 des Chemieparks, Am Kanal, in Brassert.

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