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Paul Wagner (li.) und Werner Eisbrenner von der Initiative Kultur findet Sradt setzen sich für den Denkmalschutz des Marler Rathauses ein.

Architektur als Alleinstellungsmerkmal

Das wertvolle Erbe von Marl

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MARL - Eine Initiative kämpft auch für das Marler Rathaus.

Das Rathaus ist für sie nicht nur ein riesiger Sanierungsfall, sondern wertvolles Erbe – und das Geld für den Erhalt eine sinnvolle Investition. Paul Wagner und Werner Eisbrenner waren Mitgründer der Kulturinitiative „Zukunft findet Stadt“, die vor drei Jahren zur Initiative „Pro Rathaus“ wurde, als es um den Denkmalschutz ging. „Als der Denkmalschutz stand, meinten wir, die Rathaus-Initiative auflösen zu können“, sagt Paul Wagner. Jetzt fühlen sich die Initiatoren wieder in der Pflicht, für die Sanierung zu streiten. Nicht nur das Rathaus soll als erhaltenswert ins Bewusstsein der Marler rücken. Das Ziel der Initiative ist: „Wir möchten Marls Architektur als Marke platzieren, so wie Weimar seine Bauhaus-Tradition“, erklärt Paul Wagner. „Sie ist das Alleinstellungsmerkmal der Stadt.“

Seitenlang ist die Liste der Gebäude, die Marl aus Sicht von Architekten, Städtebauern und Denkmalschützern so besonders machen. Projektleiterin Jolande Kirschbaum hat sie im Sommer 2017 bei der Sommerakademie Ruhrmoderne mit Architekturstudenten nach vielen Entdeckungstouren durch Marl zusammengestellt. Sie beinhaltet öffentliche Gebäude, Geschäfts- und Privathäuser, Kirchen und Trauerhallen – alles aus der Zeit, in der Marl auf Wachstumskurs war und internationale Architekten hier mit ihrem Schaffensdrang ein Stadtbild der Nachkriegsmoderne prägten.

Förderung als nationales Städtebauprojekt

Werner Eisbrenner verweist auf Fördermöglichkeiten, die auf das Thema Erhalt von kulturellem Erbe zugeschnitten sei, so zum Beispiel das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“. „Wenn alle an einem Strang ziehen, kriegen wir diese Fördergelder“, betont er. Bestätigt fühlen sich die Initiatoren auch durch die Auszeichnung „Big Beautiful Buildings – Große schöne Bauten“, die der Verein „StadtBauKultur NRW“ und die Technische Universität Dortmund dem Rathaus und der Scharounschule Anfang Oktober verliehen haben. „Das Rathaus ist ein zentrales Gebäude für das ganze Vest“, betont Werner Eisbrenner.

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