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Verdörrte Baumkronen gehören zum Bild an Straßen und in Grünanlagen wie hier im Wäldchen zwischen Dümmer Weg und Kampstraße in Marl-Drewer.

Bäume werden trocken

Wenn Äste auf die Straße fallen

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MARL - Der heiße Sommer macht auch den heimischen Bäumen zu schaffen. Eine Folge ist Grünastbruch. Für Spaziergänger kann das durchaus gefährlich sein.

Seit Wochen Hitze, darunter leiden auch Bäume. Die Folgen sind sichtbar. Schon Anfang August liegt überall braunes Laub unter Marls Straßenbäumen – und hin und wieder kracht unversehens ein Ast aus der Krone auf die Erde. Wann es zu einem sogenannten Grünastbruch kommt, ist nicht absehbar – und das birgt Gefahren. Bislang gab es nur Einzelfälle: Auf einem Friedhof stürzte aus einer Eiche ohne Vorwarnung ein noch grün belaubter Ast aufs Pflaster. Zum Glück waren früh am Morgen noch keine Besucher da.

„Das sind Stressbrüche“, erklärt Michael Lauche, Chef des Zentralen Betriebshofs (ZBH) das Phänomen. „Es ist eine ganz normale Schutzreaktion der Bäume. Erst werfen sie Blätter ab, dann ganze Äste“, ergänzt Kersten Blasch-czok, Teamleiter im Forsthof Haard. „Sie sind nicht krank.“ Besonders gefährdet ist die Birke, häufig betrifft es auch Eichen. Auch Pappeln und Weiden antworten auf den Hitzesommer 2018 mit dem Abwurf von Ästen. Zum Selbstschutz erleichtern sich selbst Nadelbäume um einen Teil ihres grünen Kleids.

Aufmerksamkeit schadet nicht

„Es schadet nicht, in diesen Tagen im Wald besonders aufmerksam zu sein“, warnt Regionalverband-Ruhr-Förster Kersten Blaschczok. Flächendeckend seien Astabwürfe zwar derzeit noch nicht zu beobachten. Doch es kann immer wieder in Einzelfällen passieren. Wer den Wald betritt, tut das auf eigene Gefahr. „Auch der Grünastbruch gehört zu den waldtypischen Gefahren, die der Besucher in Kauf nehmen muss“, so Kersten Blaschcok.

Die meisten Bäume werden sich nach der Hitze- und Dürreperiode wieder von dem Stress erholen, erklärt der Forstdirektor. Sorgen machen ihm die jungen Kulturen. Dort sind jetzt schon deutliche Schäden zu erkennen. . Ein kurzer Regenguss hilft dem ausgetrockneten Wald derzeit nicht. „Das Wasser bleibt auf den Blättern und Nadeln hängen und kommt erst gar nicht bis zum Boden“, erklärt Kersten Blaschczok.

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