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The Maries 1965 vor dem Rathaus Marl von links nach rechts: Gerd Leschny, Jürgen Grunwald, Ludger Rose und Reinhold Brenner.

Band

The Maries – als Marler Beatles unübertroffen

Marl - Jürgen Grunwald, einst als „die Stimme George Harrisons“ bekannt, erzählt von Anfängen und Höhenflügen seiner Band „The Maries“.

Fotograf Peter Kallwitz sagt noch heute über die Band: „Sie waren die Beatkönige des Ruhrgebiets.“ The Maries aus Marl, das waren nach zwei frühen Umbesetzungen Gerd Leschny, Jürgen Grunwald, Ludger Rose und Reinhold Brenner.

Noten kannten zwar alle vier Bandmitglieder. Aber eingeübt wurden die Lieder nach dem Abhören von Schallplatten. Jedes Detail des Originals wurde verbissen geprobt und eingespielt. 1968 nahm die Band sogar eine Platte auf, die Single hieß „Mother in law“ und enthielt auch „Aquarius“, einen Song aus dem Musical Hair. Niemand spielte die Beatles so zum Verwechseln nach wie die vier Marler, alle mit ähnlichen Stimmen wie die Liverpooler Vorbilder.

Doch zurück zum Anfang: In Marl-Sinsen wurde 1964 die Band gegründet, die in den 60er Jahren in der Stadt und weit darüber hinaus für Furore sorgte.

Mehr als 150 Stücke der Beatles wurden im Laufe der Jahre eingeübt

Ein Problem war, immer einen geeigneten Proberaum zu finden. Los ging’s dann in einer Gartenlaube, in der auch geprobt wurde. Als Verstärker dienten zunächst alte Röhrenradios und ein Tonverstärker für Schulfilme. Gitarrenverstärker, Bassanlage, Schlagzeug und Gesangsanlage wurden später auf „Pump“ gekauft und nach und nach abgestottert.

Vorbilder, ganz klar, waren die Beatles. John Lennon, Paul McCartney, Georg Harrison und Ringo Star mit ihrer Musik hatten es dem Quartett von Beginn an besonders angetan. Songs der vier Liverpooler wurden perfekt nachgespielt. Schlagzeug, Bass und zwei Gitarren (also Ur-Instrumentierung der Beatles), dazu perfekter mehrstimmiger Gesang wurde von den Maries auf Feten, bei Jugendtanz und zu jeder Art von Veranstaltungen in unnachahmlicher Art zu Gehör gebracht.

Mehr als 150 Stücke der Beatles wurden im Laufe der Jahre eingeübt. Die Maries galten auch in Kennerkreisen als Interpreten von Beatles-Titeln, die kaum zu übertreffen waren. Aber auch Hits von den Hollies, Kinks, The Who, Herman´s Hermits, Searchers, Jimmy Hendrix, The Byrds und viele weitere der damals angesagten Gruppen gehörten zum Programm.

The Maries wurden schnell auch überregional bekannt

Auftritte gab es zunächst in Marler Jugendheimen (HOT Hagenbusch, Boje, Ernst- Reuter-Haus, Delta, Gänsebrink etc.) oder im Medaillon, im Haus Lueg, bei Erwig oder im Feierabendhaus. Aber auch Choo-Choo-Meetings, die am Bahnhof Sinsen starteten, Narhalla-Meetings zu Karneval, Barfuß-Party oder Straßenbahn-Shuffle waren Veranstaltungen der besonderen Art. Wenn die Maries „abrockten“, waren die Konzerte stets ausverkauft. Bereits lange vor Beginn eines „Jugendtanzes“ waren die Fans am Veranstaltungsort, um dabei sein zu können, wenn die Band auftrat. Die „Hütte“ war jedenfalls immer voll.

The Maries wurden schnell auch überregional bekannt. Auftritte in vielen Städten waren angesagt. Marls Beat-Band Nr. 1 gewann mehrere Beatfestivals, so auch 1969 bei der zweiten Beat Show – vom Zeitungshaus Bauer veranstaltet – den ersten Platz der Jurywertung.

In den 70er Jahren ging die Band aus beruflichen Gründen auseinander. Aber jedes Bandmitglied blieb der Musik treu. Ex-Maries tauchten zum Beispiel bei Virus D, Rockbox oder ODESSA wieder auf. Womit wohl keiner gerechnet hatte: 1997, nach über 25 Jahren, waren die Maries in Originalbesetzung kurzzeitig wieder da. Ein erfolgreiches Comeback mit Beatles-Titeln wie von der Platte.

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