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Teko-Markt-Inhaberin Silke Koppers (l.) und Karoline Kaleschke packen Obst und Gemüse auf Wunsch in abwaschbare Netze oder Pappkartons.

EU bekämpft Plastikmüll

Einkaufen mit der Tupperdose

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MARL - Im Kampf gegen die Abfallflut will die Europäische Union Wergwerfprodukte aus Plastik verbieten. Marler Geschäfte bieten schon jetzt Alternativen.

Probleme für seinen Teko-Frischemarkt sieht Inhaber Gregor Koppers durch das Verbot von Wegwerf-Plastikartikeln nicht: „Ich finde das grundsätzlich gut. Wir müssen unsere Umwelt schonender behandeln. Jeder kann Tüten und Plastik privat einschränken. Vieles geht schon.“ In dem Lebensmittelmarkt an der Liegnitzer Straße entscheiden die Kunden: Sie können 1,49 Euro bezahlen und zwei abwaschbare Mehrwegbeutel erwerben, in die sie Obst und Gemüse füllen. Zurzeit können sie die Früchte aber auch noch in die bekannten dünnen Knotenbeutel aus Plastik packen. Plastiktaschen gebe es bei Teko gar nicht mehr. Seit über einem Jahr erhalten die Kunden Papiertragetaschen, ergänzt Gregor Koppers. Und was wird in zwei Jahren sein, wenn das Verbot von Plastiktellern und Trinkhalm greift?

„Plastikgeschirr bestellen wir gar nicht mehr neu, davon haben wir nur noch Restbestände“, sagt der Inhaber. Künftig will er Gabeln aus Bambus-Material anbieten. Sie sehen aus wie Holzgabeln – und eignen sich ebenfalls für die Party. „Nur an der Wurst und Fleischtheke dürfte es schwierig werden, auf die Zellglasfolien zu verzichten“, sagt Koppers.

Nudeln nur noch in Pappschachteln

Ratlosigkeit herrschte dagegen gestern in einem beliebten Marler Döner-Imbiss. Viele Gäste nehmen dort ihr Grillfleisch mit nach Hause, bekommen Plastikbesteck, Plastikteller und Plastiktüten ausgehändigt. Lediglich Lahmacun, auch türkische Pizza genannt, wird in Alufolie eingepackt. Was wird der Imbiss künftig statt Plastikgabeln und -tellern verwenden? Achselzucken... Trung Le Quang, Inhaber des Asia-Bistros Le-Phai, im Marler Stern, ist bereits weiter. Seine Nudel-Box gibt es in einer beschichteten Pappschachtel. Die Kunden bekommen auf Wunsch Stäbchen mit, sie können auch Tupperdosen mitbringen. Aber diejenigen, die das nicht wollen oder nicht daran denken, nehmen ihre Speise auch in der Plastiktüte mit nach Hause.

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