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Bewährungsstrafe für Marler

Drogen waren seine heimliche Leidenschaft

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MARL - Mit einer Bewährungsstrafe kam ein 29-jähriger Marler davon. In seinem Schlafzimmer hatte die Polizei eine Box mit Cannabispflanzen entdeckt.

Vom Herzen aus ist er eigentlich ein Computer-Nerd. Doch seine heimliche Leidenschaft galt auch den Drogen. Am Freitag ist ein 29-jähriger Mann aus Marl verurteilt worden. Anderthalb Jahre Haft auf Bewährung – so lautete das Urteil des Essener Landgerichts. Und damit kann der Angeklagte auch auf jeden Fall zufrieden sein.

Schließlich hatte er in seiner Wohnung nicht nur eine Mini-Cannabisplantage aufgebaut, sondern auch Tupperdosen mit Amphetamin und einen Teleskopschlagstock gelagert. Mindeststrafe eigentlich: fünf Jahre Haft. Doch soweit wollte im Prozess am Ende niemand gehen. Einen „kleinen Krauter“ nannte ihn die Staatsanwältin. „Niemand müsse mit Kanonen auf Spatzen schießen“, meinte die Richterin.

Es war der 16. März 2017, als die Polizei an der Wohnung des 29-Jährigen aufgetaucht ist. Zuvor hatte es einen Hinweis aus der Drogenszene gegeben. Und die Beamten staunten nicht schlecht. Im Schlafzimmer stand eine sogenannte „Growbox“, in der knapp zehn bis zu 60 Zentimeter hohe Cannabispflanzen wuchsen. Alles professionell aufgebaut – mit Lüftung und Beleuchtung. Außerdem gab es abgepackte Tütchen mit Marihuana, dazu Amphetamin. „Ich will das nicht schönreden“, sagte der Angeklagte im Prozess. Und ja, er habe nicht nur selbst Rauschgift konsumiert, sondern kleine Teile auch verkauft. Diese Offenheit wurde am Ende honoriert.

Lebenslauf zuletzt tadellos

Was dem 29-Jährigen allerdings auch zugute kam: sein zuletzt tadelloser Lebenslauf. Nach ein paar Jahren der Desorientierung ist er inzwischen als Programmierer für ein Ingenieurbüro tätig – nach abgeschlossener Ausbildung. „Ich habe in dem Beruf meine Erfüllung gefunden“, sagte er den Richtern. „Ich war schon in ganz Europa unterwegs – sogar bei Airbus.“ Sein Chef wisse auch von dem Strafverfahren und unterstütze ihn.

Der einzige Haken: So ganz kann der Marler wohl immer noch nicht von den Drogen lassen. Auch das hat er vor Gericht kleinlaut zugegeben. Auch diese Ehrlichkeit rechneten ihm die Richter hoch an. Verständnis hatten sie dafür aber natürlich trotzdem nicht. Richterin Gabriele Jürgensen: „Das ist doch alles Mist.“ Erstens seien Drogen es schlecht für die Gesundheit, zweitens sei das Umfeld immer kriminell und gefährlich.

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