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Pflanzen ragen aus einem Vorgarten mit grauen und schwarzen Kieselsteinen. Einige Städte wollen gegen die umstrittenen Schotter- und Steingärten vorgehen – Marl nicht.

Bürger können Vorgärten frei gestalten

Auch "Steinwüsten" sollen möglich bleiben

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MARL - Steingärten prägen das Bild in vielen Neubaugebieten. Damit Insekten wieder mehr Nahrung finden, Regenwasser besser versickern kann, regten die Bündnisgrünen an, dass begrünte und bepflanzte Vorgärten in Bebauungsplänen festgeschrieben werden. Doch eine Mehrheit im Rat konnten sie nicht gewinnen.

Der Rat entschied sich mit 24:19 Stimmen dagegen. Für das Baugebiet Freebruchbach/Langehegge (ehemals Gärtnerei Lauf) hatte sich die Stadt noch festgelegt, dass Vorgärten begrünt werden sollen. Dort waren die Eigenheime heiß begehrt, Interessenten standen Schlange.

Doch vor allem die SPD stemmt sich gegen den Automatismus, dies auf jeden Bebauungsplan anzuwenden. „Viele Städte setzen auf Freiwilligkeit. Anreize sind der richtige Weg“, meinte Jens Vogel (SPD). Es sei wichtig, „die Bürger mitzunehmen“. Versiegelung sei manchmal auch die praktikablere, bessere Lösung, ergänzte Bürgermeister Werner Arndt. Baudezernentin Andrea Baudek sagte, eine Festsetzung in Bebauungsplänen sei verbindlich und kein nur gut gemeinter Hinweis. Deshalb halte sie es nicht für sinnvoll, in jedem Plan grüne Vorgärten zu erwähnen.

Warnung vor Insektensterben

Anders der CDU-Vorsitzende Thomas Terhorst: „Die Komplettversiegelung durch Schottergärten wird unsere Kanalisation vor Herausforderungen stellen. Wir brauchen Flächen, wo Starkregen versickern kann und müssen auch etwas für Naturschutz tun.“ Sein Fraktionskollege Andreas Kolk warnte vor einem Insektensterben. Auch grüne Gärten könne man mit Steinen gestalten.

Michael Sandkühler (Bündnisgrüne) präzisierte: „Wir fordern ja nicht, dass jeder so einen Vorgarten haben muss, aber dass Vorgärten zu begrünen und zu bepflanzen sind und Wasser aufnehmen können.“ So steht es übrigens auch in der aktuellen Landesbauordnung (§ 8,1). Trotzdem konnten Grüne und CDU die Mehrheit nicht überzeugen.

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