+
Das denkmalgeschützte Marler Rathaus ist marode. Der Rat hat eine 70,2 Millionen Euro teure Sanierung mit der Mehrheit von SPD, CDU, Wählergemeinschaft Die Grünen und den Linken beschlossen.

Bürger wollen Unterschriften sammeln

Sorge vor der Kostenexplosion

  • schließen

MARL - Mit zwei Bürgerbegehren soll die über 70 Millionen Euro teure Sanierung des Rathauses gestoppt werden.

Am Montag wurde die zweite Aktion bei der Stadtverwaltung angemeldet – wir berichteten. Leser fragen unsere Redaktion, wo sie unterschreiben können. Aber so schnell geht es nicht. Denn die Bürger sollen wissen, über welche Summen sie abstimmen. Deshalb schätzt die Stadtverwaltung zurzeit die Kosten, die sich ergeben würden, wenn die Bürgerbegehren umgesetzt werden. Wie lange sie für ihre Berechnungen braucht, ist ungewiss. Sobald die Kostenschätzung vorliegt, läuft die Frist für die Initiatoren. Mehr als zwei Monate haben sie Zeit, um die nötigen 4118 Unterschriften für einen Bürgerentscheid zu sammeln. Kommt es dazu, können die Marler abstimmen. Mindestens 10.295 Bürger müssen die Initiatoren auf ihre Seite ziehen. Der Rat lehnte es zweimal mit breiter Mehrheit ab, das Rathaus unter Denkmalschutz zu stellen. Doch der Kreis ordnete die Eintragung in die Denkmalliste an. Die Politiker verzichteten auf eine Klage mit ungewissem Ausgang und beschlossen 2015 die Sanierung mit geschätzten Kosten von 39 Millionen Euro. Vor vier Wochen, am 27. September, brachten die Ratspolitiker das Sanierungskonzept in drei Bauabschnitten auf den Weg. Nun entschieden sie über die Summe von 70,25 Millionen Euro. Diese „Kostenexplosion“ nehmen die Kritiker als Anlass für ihre Bürgerbegehren. Neubau oder Renovierung mit dem Rotstift? Während der Lenkerbecker Peter Papajewski und seine Mitstreiter die Investitionskosten“ nur drücken wollen, pochen die Initiatoren von „Rathaussanierung stoppen“ auf einen Neubau, der sich am tatsächlichen Raumbedarf orientiert. Nur der Sitzungstrakt soll saniert werden. Wird es nun zwei Abstimmungen geben? Dürfen Bürger bei beiden Bürgerbegehren unterschreiben? Stadtsprecher Rainer Kohl: Eine Beantwortung „kann erst nach einer sorgfältigen juristischen Prüfung erfolgen“. Aber vielleicht erübrigen sich zwei Abstimmungen. Die Initiatoren beider Bürgerbegehren wollen miteinander reden, um ein konkurrierendes Vorgehen zu vermeiden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Bildergalerie und Video: So liefen die Martinsumzüge in Herten
Bildergalerie und Video: So liefen die Martinsumzüge in Herten
Penny-Räuber noch flüchtig, Leonardo DiCaprio - Dreh in OE, Illegales Autorennen, A43-Ausbau geht weiter, 6000 Raser erwischt
Penny-Räuber noch flüchtig, Leonardo DiCaprio - Dreh in OE, Illegales Autorennen, A43-Ausbau geht weiter, 6000 Raser erwischt
Feuerwehreinsatz im Volkspark: Bach färbt sich grün und dampft
Feuerwehreinsatz im Volkspark: Bach färbt sich grün und dampft
Verkehrszahlen ausgewertet: Leveringhäuser Straße ist nicht der Spitzenreiter
Verkehrszahlen ausgewertet: Leveringhäuser Straße ist nicht der Spitzenreiter
Tagesmütter-Protest in Marl hat Erfolg - Politiker nehmen alle Kürzungen zurück
Tagesmütter-Protest in Marl hat Erfolg - Politiker nehmen alle Kürzungen zurück

Kommentare