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Die Freude an der Musik merkt man Peter Son Götz an.

Bundessieger will "alles aus sich herausholen"

Peter Son Götz gewinnt bei "Jugend musiziert"

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MARL - Peter Son Götz (18) ist Bundessieger bei „Jugend musiziert“. Mindestens zwei Stunden täglich übt der talentierte junge Marler auf seiner Geige. Uns erzählte der angehende Abiturient von seinem Alltag, seinen Hobbys und seinen Zukunftsträumen.

Sitzt der Dieter Bohlen in der Jury?“, fragte Peter Son Götz, als ihn sein Großvater und Geigenlehrer Joachim Kasan erstmals beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ angemeldet hatte. Damals war der junge Marler mit vietnamesischen Wurzeln neun Jahre alt. Eine Jury war für ihn gleichbedeutend mit dem Pop-Titan. Zum Glück saß Bohlen nicht in der Jury. Und zum Glück gewann Peter Son Götz damals auf Anhieb den ersten Preis beim Regionalwettbewerb. Doch er war unzufrieden, er hatte nicht die volle Punktzahl geschafft.

Seinen Ehrgeiz verbirgt der junge Marler nicht. Wichtig ist ihm, dass er die Zuhörer erreicht: „Ein Wettbewerb ist nur eine Momentaufnahme. Für mich zählen Konzerte. Die Reaktion des Publikums ist das Feedback, das ich brauche.“

Bei einem Solistenkonzert im rheinischen Goch war Peter Son Götz wieder mal unzufrieden mit sich: „Ich hatte nicht alles rausgeholt, was ich kann.“ Umso mehr überraschte ihn der Jubel des Publikums, das ihn mit stehenden Ovationen feierte: „Mir sind fast die Ohren abgefallen. Im Nachhinein habe ich mich sehr gefreut.“ Jetzt gewann Peter Son Götz beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ den ersten Preis – mit voller Punktzahl. Nach der Klarinettistin Mira Schroeter ist er der zweite Marler, dem dieser Erfolg in den letzten Jahren gelang. Für ihn kein Grund abzuheben: „Dazu gehört auch Glück. Diesmal hatte ich Glück.“ Solokarriere wäre "der Jackpot"

Nun kann Peter Son Götz im Theater Marl mit anderen Bundespreisträgern beim „Marler Debüt“ auftreten – der renommierten Konzertreihe für erste Preisträger des Bundeswettbewerbs: „Ich kann das kaum fassen, weil da die größten Musiker gespielt haben. Ich war selbst Zuhörer in den Konzerten und habe alle bewundert.“ Nun bewirbt sich Peter Son Götz bei mehreren Musikhochschulen, um dort sein Geigenspiel zu vervollkommnen. Er will Berufsmusiker werden, vielleicht in einem großen Orchester spielen: „Eine Solokarriere wäre der Jackpot.“

In seiner Freizeit komponiert Peter Son Götz Werke für Geige und Klavier. Später entstanden Klaviertrios, die bei „Jugend musiziert“ aufgeführt wurden. Bisher hörte Peter Son Götz nur klassische Musik. Bach ist sein Lieblingskomponist: „Ohne ihn gäbe es nicht die Musik von heute.“ Damit befasst sich Peter Son Götz erst seit einem Jahr. Bisher konnte er mit Pop und Elektro wenig anfangen, jetzt hört er zumindest mal hinein.

Entspannen beim Tischtennis

Eine Menge Zeit widmet er allerdings dem täglichen Üben: „Zwei Stunden braucht man schon, um die eigenen Fähigkeiten zu erhalten. Aber das hoch konzentrierte Üben macht mich auch fertig. Danach muss ich auf dem Klavier klimpern, mich im Garten ausruhen oder mich mit einem Schulfreund auf ‘ne Runde Tischtennis treffen.“

Als neues Hobby entdeckte der junge Marler die Astronomie: „Auch Komponisten haben ja manche Werke nach Sternen benannt. Mich fasziniert die Unendlichkeit, die ich auch in der Musik sehe.“

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