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Ein Paar alte Turnschuhe, die Geierabend-"Steiger" Martin Kaysh beim WM-Finale getragen hat. Wären die nicht etwas für das Deutsche Fußballmuseum?

Comedyshow

Martin Kasyh bleibt „auffe Zeche“

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MARL - Der „Geierabend“ ist sein Format, der schräge Ruhrpott-Humor genau sein Ding. „Da bin ich zu Hause“, sagt Martin Kaysh. Seit 1998 gehört der gebürtige Marler Kabarettist zum Stamm-Personal des alternativen Karnevals in Dortmund-Bövinghausen.

In der 27. Session der größten Comedyshow im Revier geschehen noch „Zechen & Wunder“. Auch nach der letzten Schicht im Pütt fahren 13 Kabarettisten, Comedians und Musiker vom 10. Januar bis 5. März an 37 Abenden zur Spätschicht „auffe Zeche“ an. Und auch nach dem Bergbau-Ende bleibt Martin Kaysh, der in Recklinghausen lebt, als Moderator der Witze-Steiger.

Traditionell nutzt der 57-Jährige die ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Silvester zum Schreiben der letzten Texte. Tagespolitische internationale und lokale Ereignisse sind ein gefundenes Fressen: Die Zukunft der „armen Ruhrfestspiele, bei der die Arbeiter in Zukunft wieder selbst Theater spielen müssen“ wird diesmal genauso verwurstet wie die Baumbesetzung im Hambacher Forst und das deutsch-französische Dream-Team „Merkel und Macron“.

Ideen liefert das „schwarze Buch“

Inspiration und Ideen liefert auch sein „heiliges schwarzes Buch“. Der große Tagebuch-Kalender ist prall gefüllt: mit Stichworten, Aufgeschnapptem, Gelesenem, Zeitungsartikeln ... Ein Jahresrückblick in feinster Krakelschrift. „Wenn das alles weg ist, bin ich aufgeschmissen.“

Schließlich braucht Martin Kaysh auch regelmäßig neuen Glossen-Stoff für das „Bodo“-Straßenmagazin oder die SPD-Zeitung „Vorwärts“. Genauso wie Satire-Nachschub für den wöchentlichen Podcast beim Recherche-Netzwerk „Correctiv Ruhr“.

Wie für die Bergleute beginnt auch für die „Komik-Kumpel“ eine neue Ära: mit neuen Kollegen und Figuren, neuen Ideen und neuer Technik, mit einer neuen Ästhetik und einem neuen Regie-Team. Nach dem Ausscheiden von zwei alten Hasen, Regisseur Günter Rückert und der Recklinghäuser Musik-Kabarettist Martin Eickmann, mussten sich die „Panneköppe“ neu aufstellen. „Ich habe viel Zeit in die Umstrukturierung gesteckt“, erzählt Martin Kaysh. Neben Andreas Obering alias „Der Obel“ konnte er den gebürtigen Recklinghäuser Schauspieler, Autor und Veranstalter Till Beckmann hinter Heinz-Peter Lengkeit auf der Regiebank gewinnen.

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