Diesel-Manipulationen

Marler informieren sich über Sammelklage

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MARL - Von den Diesel-Manipulationen sind Millionen Autofahrer betroffen. Die Verbraucherzentralen und der ADAC haben kürzlich eine Sammelklage gegen VW eingereicht. Im insel-Café hatten die Marler erstmals Gelegenheit, ihre Fragen zu dem Verfahren loszuwerden.

Viele Betroffene äußerten ihren Unmut – auch Helmut Thiem aus Brassert: „Es ist eine Frechheit, dass die Bundesregierung die Autoindustrie machen lässt, was sie will.“ Seinen Diesel hatte Thiem vor dem Skandal an einen Freund verkauft: „Jetzt fühle ich mich, als hätte ich ihn über den Leisten gezogen.“ Reiner Stockmann aus Drewer fährt seinen Diesel gern und würde sich auch wieder einen kaufen: „Er verbraucht weniger Sprit, hat ein deutlich besseres Drehmoment.“ Was der Marler nicht versteht: „Lange wurde uns der Diesel als umweltverträglich angepriesen. Jetzt soll er auf einmal eine Dreckschleuder sein.“ Berthold Hutmacher aus Marl-Hamm findet es „erbärmlich, wie die Politiker sich wegducken. Ich hoffe, dass sie die Verursacher zur Kasse bitten und wir als Betroffene einen Ausgleich bekommen.“

Die Sammelklage der Verbraucherzentralen und des ADAC gegen VW soll das möglich machen. Kerstin Warda, Honoraranwältin der Marler Verbraucherberatung, erläuterte die Details: Bei der Musterfeststellungsklage wird durch Gerichte geklärt, ob Autofahrer Ansprüche geltend machen können. Das wäre der Fall, wenn die Richter feststellen, dass die Fahrzeuge durch Software-Manipulation an den Dieselmotoren „erhebliche Mängel“ hatten. Verbraucherzentralen und ADAC tragen das Prozesskostenrisiko. Der Sammelklage anschließen können sich alle Besitzer von Autos der Marken VW, Seat, Skoda und Audi, deren Motor den Typ EA 189 hat. Sie wurden in der Regel vom Kraftfahrtbundesamt aufgefordert, innerhalb von 18 Monaten eine neue Software aufzuspielen.

Auch am Donnerstag, 6. Dezember, um 18 Uhr findet in der Verbraucherzentrale im Marler Stern ein Vortrag zu Dieselskandal und Musterfeststellungsklage statt. Anmeldung unter marl@verbraucherzentrale.nrw oder 856 25 01

Jeder der sich der Klage anschließt, ist dann an das Gerichtsurteil gebunden – das ist das Risiko. Entscheiden die Richter, dass VW den Autobesitzern Schadenersatz schuldet, muss jeder Kläger individuell seinen Anspruch geltend machen, wird also nicht automatisch entschädigt. Denkbar wäre auch ein Vergleich, bei dem sich VW verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz des Verkaufspreises zurückzugeben.

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