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Diskussion um Rathaussanierung

Bürgermeister sauer über "Beschäftigungstherapie"

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MARL - Mit 24 detaillierten Fragen an die Stadtverwaltung brachte Fritz Dechert (Wir für Marl) Stadtoberhaupt Werner Arndt in Rage.

„Das ist Beschäftigungstherapie aus lauter Boshaftigkeit“, schimpfte das Stadtoberhaupt in der Ratssitzung. Hintergrund: Dechert ist einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens „Rathaussanierung stoppen!“. Er will Unterschriften sammeln und eine Abstimmung der Bürger erzwingen. Um seine Aktion mit Fakten zu untermauern, stellte er Fragen, für die Antworten zum Teil aber auch im Internet zu finden sind. Seine Bürgerliste präsentiert in den politischen Gremien seit Jahrzehnten lange Fragenkataloge. Sie sind quasi ein Markenzeichen von Wir für Marl.

„Beschäftigungstherapie“ verärgert Bürgermeister

Fritz Dechert wollte jetzt wissen, wie sich die Kosten der Rathaussanierung zu verschiedenen Zeiten entwickelt hatten. Er verlangte aber auch Statistiken zur Bauzeit und zu den Kosten des Rathauses in der 1960er-Jahren, zur Zahl der städtischen Bediensteten und zur Entwicklung der Marler Einwohnerzahlen in Fünf-Jahres-Schritten seit 1960. Der Bürgermeister nannte einen Teil dieser Fragen unsinnig: „Was haben Sie von den Mitarbeiterzahlen von 1960?“ Decherts „Beschäftigungstherapie“ komme bei den Mitarbeitern im Rathaus ganz schlecht an, zumal alle Fakten im Arbeitskreis zur Rathaussanierung bereits intensiv diskutiert worden seien, sagte Arndt verärgert. Kämmerer Michael Dinklage, der gerade mit der Haushaltsplanung beschäftigt ist, mochte sich kurzfristig nicht mit „intensivem Altaktenstudium“ befassen.

Immerhin brachten Decherts Fragen ein paar interessante „historische“ Fakten zutage: Für das Rathaus hatte der Rat 1957 einen Wettbewerb ausgeschrieben, an dem die Architekten-Elite Europas teilnahm. Komplett fertiggestellt wurde es erst zehn Jahre später. Bereits 1984, also nach 17 Jahren waren Sanierungsarbeiten an den Türmen nötig, die mehr als sieben Millionen DM kosteten.

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