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Ein Schiff wendet im Hafenbecken des AV-Hafens am Wesel-Datteln-Kanal.

Dringende Saneriung nötig

Bund soll Geld für Wesel-Datteln-Kanal geben

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MARL - Kanalbrücken sind zu niedrig, Schleusen störanfällig. Der Rat soll deshalb an die Bundesregierung appellieren, ein Sofortprogramm zur Instandsetzung des Wesel-Datteln-Kanals in die Wege zu leiten.

Das beantragt die Marler SPD zur Ratssitzung am Donnerstag. Dass der Appell dort verabschiedet wird, ist wahrscheinlich. Im Stadtplanungsausschuss erhielt er bereits eine breite Mehrheit, wurde bei drei Gegenstimmen der CDU verabschiedet. „Für die Region ist es existenziell, dass Schleusen und Brücken hier funktionieren“, sagte Lothar Schubert (SPD). Paul Wagner (Wählergemeinschaft Die Grünen) findet es selbstverständlich, dass ein Kanal von den Eigentümern instand gehalten und gewartet wird. Dass die öffentliche Hand hierfür keine Rücklagen bilde, sei der eigentliche Skandal.

Auch Bürgermeister Werner Arndt unterstützt den Antrag seiner Partei: „Der Chemiepark ist wirtschaftlich gesehen der Lebensnerv unserer Region. Er wartet auf Signale. Wir müssen ihm nutzbare Verkehrswege zur Verfügung stellen.“ Etwa 4,5 Millionen Tonnen Rohstoffe und Chemieprodukte verschifft der Chemiepark jedes Jahr übers Wasser. Aber der Kanal habe nicht die nötige Leistungsfähigkeit, kritisierte der Bürgermeister. Die Metro, die in Marl ihr Logistikzentrum errichtet hat, würde mehr Waren über den Kanal transportieren, wenn er leistungsfähiger sei. Auch für die Vermarktung des geplanten Industrie- und Gewerbegebiets auf der Zechenbrache Auguste Victoria 3/7 („gate.ruhr“) sei der Kanal wichtig.

Die SPD erwartet aufgrund des maroden Kanalnetzes mehr Transporte durch Lkw. Stärkerer Verkehr auf ebenfalls sanierungsbedürftigen Straßen in Marl belaste aber die Anwohner. Evonik-Vorstandsvorsitzender Christian Kullmann und der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Groß haben die Bundesregierung bereits auf den schlechten Zustand des Kanalnetzes im Westen hingewiesen. Der Hertener SPD-Landtagsabgeordnete Carsten Löcker brachte mit seinen Fraktionskollegen einen Antrag im Landtag auf den Weg: Die Landesregierung soll darauf einwirken, dass die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in NRW mehr Ingenieure erhält.

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