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Gute Laune gegen Hass: „Normalerweise sind wir als Band unpolitisch. Aber heute können wir nicht widerstehen“, sagte Threepwood’N’Strings-Bassist Robert Simpkins. Die Marler Indie Folk Rock-Band spielte auch mit Blues-Harp Virtuose Chris Kramer zusammen einen fetzigen Blues.

Für eine menschliche, bunte Stadt

700 Marler und acht Bands zeigen Flagge

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  • Sascha Kappel
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MARL - #Wirsindmehr sagten 700 Marler am Donnerstagabend vor dem Rathaus: Die Marler Folk-Rock-Band Threepwood’N’Strings und viele andere Musiker gaben an der Seite von demokratischen Parteien, Kirchen und Vereinen eine emotionale Antwort auf rechte Hetze: mit viel Musik und wenigen, aber deutlichen Worten.

Alle, die ein Marl wollen, in dem sich Menschen begegnen, sind viel mehr als eine kleine Gruppe von Hetzern – das war gestern Abend nicht zu übersehen. Und nicht zu überhören. Rund 700 Menschen - so schätzt die Polizei - füllten für mehr als vier Stunden den Creiler Platz. Sie setzten ein emotionales Zeichen gegen den Hass – mit Musik, der Sprache, die international ist. SPD und CDU, Linke, Grüne und FDP, Aleviten, Christen und – leider wenige – Muslime: Sie alle machten deutlich, dass Menschlichkeit, Solidarität und Empathie nicht durch populistische Hetze gefährdet werden dürfen. Acht Bands, die für ein buntes Marl spielten, waren zwar nicht lauter als die Lautsprecher vor einer Woche, aber sie sorgten für „Positive Vibrations“, für einen großen Konzertabend in entspannter, Atmosphäre. Der Creiler Platz kann tatsächlich noch ein Treffpunkt sein. Die Straße nicht den Rechten überlassen Auch die Polizei zeigte Präsenz – und freute sich mit über ein bis zum Schluss friedliches Volksfest: „Wir hatten keine Hinweise auf Störer, aber so geplant, dass wir immer reagieren können“, sagte Polizeihauptkommissar Holger Schmidt. Organisator Arvid Weber von den Jusos stellte klar: „Wir überlassen die Straße nicht länger den Rechten, die unsere Stadt spalten wollen.“ Bürgermeister Werner Arndt warnte: „Nationalismus hat noch keine Probleme gelöst, nur neue geschaffen.“ Er rief zur sachlichen Auseinandersetzung auf, zum kritischen Dialog mit Bürgern, die sich sorgen: „Wir müssen lauter und sichtbarer werden.“ "Wir wollen keine Brandstifter" Der SPD-Vorsitzende Brian Nickholz sprach nur kurz – für alle demokratischen Politiker: „Wer spaltet, ist keine Alternative. Wir wollen keine Brandstifter, wir wollen in guter Nachbarschaft leben.“ Mehr als alle Worte sagte die Musik: Crazy Chris Kramer sang und spielte einen Song des von Nazis verfolgten jüdischen Musikers Werner Richard Heymann – vom Recht jedes Menschen, glücklich zu sein. Auch Sängerin Nina Zaborowski, die mit ihrer Band FatPack kam, betonte: „Musik verbindet, bringt die Leute zusammen – und darum geht‘s!“

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