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Der Einschulungs-Countdown läuft: Nach drei Jahren kehrt Lehrerin Helga Eberhard aus dem mediterranen Nizza in Frankreich an die Brasserter Bonifatiusschule zurück. Ab Donnerstag unterrichtet sie 28 Erstklässler in Deutsch, Mathe, Sachkunde, Kunst und Sport. Französisch gehört leider nicht dazu.

Einschulung in Marl

Liebe zu Kindern und gute Nerven

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MARL - 702 Kinder werden in dieser Woche in Marl eingeschult. Nach ihrer Rückkehr aus Nizza unterrichtet Helga Eberhard 28 von ihnen an der Bonifatiusschule in Brassert.

In dieser Woche hat Helga Eberhard viel zu tun. Die 55-jährige Lehrkraft der Bonifatiusschule in Brassert steckt noch mitten in der Vorbereitung für das neue Schuljahr. Am Mittwoch beginnt der Unterricht allgemein, am Donnerstag werden die Erstklässler eingeschult. Dazu müssen noch die Wände des Klassenzimmers geschmückt und die Tische abgewischt werden. Helga Eberhard freut sich auf „ihre“ I-Männchen.

Für Helga Eberhard ist das kommende Schuljahr ebenfalls ein Neubeginn. Zuletzt war sie im Rahmen eines Austauschprogramms drei Jahre lang in Frankreich aktiv. An zwei Grundschulen in Nizza gab sie Deutschunterricht. „Ich stieß ganz zufällig auf diese Möglichkeit. Da ich reisefreudig und abenteuerlustig bin, bewarb ich mich. Man muss ab und zu auch mal über den Tellerrand sehen“, sagt Helga Eberhard. Zwei erwachsene Kinder und ein verständnisvoller Ehemann erleichterten die Entscheidung.

Deutsche Kultur an der Côte d’Azur

In Frankreich wurde Helga Eberhard herzlich aufgenommen. Deutsch vermittelte sie nicht nur als Sprache, sondern auch als Kultur. „Ich habe die Sprache spielerisch unterrichtet, mit Liedern und Spielen. Das Leben in Deutschland habe ich unter anderem anhand der Feiertage wie Karneval, Ostern und Sankt Martin vermittelt“, blickt die Lehrerin mit leuchtenden Augen zurück auf ihre Zeit an der Côte d’Azur.

Im direkten Vergleich geht es für Helga Eberhard in Frankreich mehr um das „Lehren“, in Deutschland dagegen eher um das „Erziehen“. Französische Schüler fragen für fast alles um Erlaubnis und werden von den Lehrern überallhin begleitet, auch auf den Pausenhof. Der Unterricht sei im Nachbarland disziplinierter und vom ersten Schultag an auch länger. Eine Einschulungsfeier gibt es in Frankreich nicht. Für Helga Eberhard ist die Liebe zu den Kindern besonders wichtig. Dazu kommen Spaß an der Arbeit, Flexibilität und gute Nerven. Die kann Helga Eberhard ab morgen vermutlich gut gebrauchen.

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