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Steigt auch Klaus Kahl vom Seniorenbeirat bald vom Auto auf den Bus um?

Eintausch-Aktion

Führerschein wird zur Busfahrkarte

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MARL - Autofahrer, die sich nicht mehr fit für den Verkehr fühlen, haben ab Montag eine Alternative in Marl: Die Vestische bietet ein Ticket an, für das man seinen „Lappen“ allerdings los ist.

Diese Nachricht ist kein Aprilscherz: Ab Montag, 1. April, können Marler Bürger ihren Führerschein gegen ein Busticket der Vestischen eintauschen. Dazu gehen Interessenten nach Terminabsprache mit ihrem Führerschein und Personalausweis ins Bürgerbüro im Marler Stern. Dort muss dann ein Antrag ausgefüllt und vom Bürgerbüro bestätigt werden. Gegen Vorlage dieses Antrags gibt es dann im Kundencenter am Busbahnhof das Ticket. Der Fahrschein ist kostenlos und berechtigt drei Monate lang zu Fahrten im gesamten Stadtgebiet. Wer sich danach zu einem Jahres-Abo entschließt, muss dabei nur neun von zwölf Monaten bezahlen.

Das Angebot richtet sich an Menschen, die sich das Autofahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zutrauen. Hauptzielgruppe sind dabei Rentner, es gibt für die Teilnehmer aber keine Altersbeschränkung. Wer seinen Führerschein abgeben möchte, sollte sich den Schritt aber gut überlegen. Denn: „Der Führerschein wird entwertet und ist danach nicht mehr gültig“, erklärt Katharina Niehaus von der Stadtverwaltung und führt aus: „Wer sich nach drei Monaten überlegt, dass er doch wieder mit dem Auto anstatt mit dem Bus fahren möchte, muss dazu eine vollständige Führerscheinprüfung mit allen aktuellen Anforderungen ablegen.“

„Eine solche Umstellung ist sicher nicht leicht und ältere Mitbürger, die seit Jahren nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren sind, erleben auch viele technische Neuerungen in den Bussen, die es früher nicht gab“, sagt Kerstin Marohn-Ranft. Dazu gehören beispielsweise Druckknöpfe für den Haltewunsch an mehreren Stellen im Bus oder elektronische Anzeigetafeln.

In Nachbarstädten bereits erfolgreich

Dafür, dass die Führerschein-Eintausch-Aktion in Marl gut angenommen werden könnte, sprechen Zahlen aus Gladbeck und Recklinghausen. „In Gladbeck startete die Aktion 2016. Seitdem haben dort etwa 200 Menschen ihren Führerschein abgegeben. In Recklinghausen waren es bislang 99“, berichtet Ewelin Reclik von der Vestischen. Auf die Idee, das Angebot auch in Marl einzuführen, kam Klaus Kahl. Der Vorsitzende des Marler Seniorenbeirats hatte schon Kontakt mit drei Marler Rentnern, die ihren Führerschein abgeben wollen und wandte sich mit seinem Anliegen an die Stadt. Klaus Kahl: „Ich finde es toll, dass diese Aktion jetzt auch in Marl angeboten wird.“

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