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Der Evonik-Konzern spart bei der Förderung seiner Werksvereine.

Evonik streicht Fördergelder

Unschöne Bescherung

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MARL - Im nächsten Jahr müssen die Werksvereine des Chemieparks auf die Hälfte der Fördergelder verzichten. 100.000 Euro fallen weg.

Die Nachricht kam für einige der Betroffenen wie aus heiterem Himmel. Für neun sogenannte werkverbundene Vereine in Marl gibt es ab dem kommenden Jahr finanzielle Kürzungen. Es fließt nur noch halb so viel Geld der Evonik in die Vereinsarbeit. Betroffen sind die Sportvereine VfL und VfB Hüls, der Tennisclub VfT Schwarz-Weiß sowie die Rehabilitations- und Behindertensportgemeinschaft Marl-Hüls. Im Kulturbereich trifft es den Werkschor und die Musikgemeinschaft. Auch der Heimatverein Colonia Marl, die Industriemeistervereinigung und der Pensionärskreis müssen mit weniger Geld auskommen.

Dieter Peters, Vorsitzender des VfB und des Heimatvereins Colonia: „Die Halbierung des Budgets und dann auch noch kurz vor dem Jahreswechsel, wenn das nächste Jahr geplant ist, ist natürlich eine Katastrophe für unsere Vereine.“ Aus Sicht des ehemaligen Gesamtbetriebsratsvorsitzenden ist das letzte Wort über diese Entscheidung aber nicht gefallen. „Laut Betriebsverfassungsgesetz ist sie mitbestimmungspflichtig. Der Betriebsrat ist aber nicht gefragt worden.“ Er setzt darauf, dass diese Entscheidung nochmal geprüft wird.

All diese Kürzungen sind ein Teil des großen Sparprogramms, dass sich Evonik auferlegt hat. Im Sommer hatte der Konzern angekündigt, weltweit 1000 Stellen zu streichen, pro Jahr sollen 200 Millionen Euro eingespart werden. „Die Vereine in Marl leisten eine super Arbeit. Aber wenn im gesamten Unternehmen über Einsparungen und Personalabbau gesprochen wird, wäre es kaum zu erklären, dass in der freiwilligen Förderung alles beim Alten bleibt“, sagt Dr. Jörg Harren. „Dass die Entscheidung jetzt so kurzfristig vor Jahresende kommt, tut uns leid.“

Auch kein neuer Kunstrasenplatz

Auch für die Hockey-Abteilung des VfB Hüls gibt es zum Jahresende keine guten Nachrichten. Evonik wird den geplanten neuen Kunstrasenplatz nicht bezahlen, so Dr. Jörg Harren. VfB-Präsident Dieter Peters hatte auf die Finanzierung durch Evonik gehofft, hat aber auch Ideen für ein anderes Finanzierungskonzept. Dr. Jörg Harren erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir würden das Projekt wohlwollend unterstützen, wenn es andere Finanzierungsmodelle gibt.“

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