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Weil sie bei ihren Eltern nicht sicher sind, muss das Jugendamt Kinder vermehrt aus Familien nehmen.

Frühwarnsystem

Jugendamt holt häufiger Kinder aus Marler Familien

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MARL - Um die Zusatzbelastung aufzufangen, schreibt die Stadt die Stelle einer Sozialpädagogin oder eines Sozialarbeiters aus.

Überforderte Jugendämter, eine rasant steigende Zahl an Verfahren zu möglichen Kindeswohlgefährdungen – diese beunruhigende Entwicklung meldeten die Landschaftsverbände vor ein paar Tagen. Auch in Marl holen Jugendamtsmitarbeiter immer häufiger Kinder aus ihren Familien. Wie berichtet, wurden Anfang 2018 112 Pflegekinder in Vollzeit betreut. Ende 2018 waren es 127. Die Kinder sind in Wohngruppen, Heimen oder Pflegefamilien untergebracht. Überall sind die Plätze knapp. Vor allem Pflegefamilien zu finden, wird immer schwieriger.

Statt der geplanten 1,3 Millionen Euro musste die Stadt im letzten Jahr 1,84 Millionen Euro für die Unterbringung von Kindern in der Vollzeitpflege ausgeben. Die Trennung von der Familie ist aus Sicht des Jugendamts das letzte Mittel, aus Kindersicht aber oft der einzige Ausweg. „Nach den Missbrauchsfällen in Lügde sind die Menschen stärker sensibilisiert und geben uns Hinweise“, erläutert Stadtsprecher Rainer Kohl die Entwicklung. „Wir wollen auch früh von Problemen erfahren, damit wir schnell und früh helfen können. Mit MarleKiN haben wir in Marl ein sehr gutes Netzwerk und Frühwarnsystem.“

Stadt hat Stelle ausgeschrieben

Überfordert seien die Jugendamtsmitarbeiter in Marl aber nicht, ergänzt der Stadtsprecher. Um die zusätzliche Belastung aufzufangen, habe die Stadt die Stelle einer Sozialpädagogin oder eines Sozialarbeiters ausgeschrieben: „Wir haben viele Bewerbungen erhalten und sorgen uns nicht, dass wir keine geeigneten Mitarbeiter finden.“ Marl sei durch die Sozialarbeit in Stadtteil- und Bürgerbüros für Bewerber attraktiv.

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