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Der Teich im Gänsebrink wird saniert.

Gänsebrink-Sanierung

Sauberes Wasser und lebendiges Grün

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MARL - Der verwahrloste Teich im Gänsebrink soll jetzt endlich saniert werden. Allerdings fällt die Neugestaltung deutlich kleiner aus, als vor drei Jahren beschlossen.

Der Flötenspieler, der auf seinem Podest mitten im Wasser hockt, müsste sich eigentlich die Nase zuhalten. Aus dem modrigen Gewässer steigt fauliger Geruch. Das einst als Kleinod der Parkanlage an der Hülsstraße angelegte Gewässer ist schon lange kein lebendiges Biotop mehr. Zum traurigen Anblick passt das Loch in der Holzbrücke am Zulauf. Sie ist durch ein Gitter unpassierbar gemacht worden. Viele Hülser ärgern sich seit Jahren je nach Wetterlage und Jahreszeit mehr oder weniger über diese Zustände in ihrem Park. Bereits 2016 hatten Marls Politiker sich für die Sanierung des Teichs ausgesprochen. Jetzt hat der Grünflächenausschuss der Stadt Marl einstimmig zum zweiten Mal per Beschluss den Weg dafür frei gemacht, eine aufwendige Umgestaltung mit neuem Zufluss zum Loemühlenbach gibt es aber nicht. Der Teich bleibt in seiner jetzigen Gestalt erhalten.

Weil Grundwasser in die Uferzone nachsickert, wäre der Bau eines fließenden Gewässers mit befestigten Seitenstreifen nur mit viel teurem technischen Aufwand möglich, erläuterte der städtischen Planungsamtschef Markus Schaffrath. Eine rund 100 Meter lange Spundwand müsste als Zuflusssperre eingebaut, das Sickerwasser durch Pumpen oder eine Dränage abgeleitet werden. Folgekosten seien derzeit nicht absehbar. Und: Das Ziel, den Pflegeaufwand für das Gewässer mit dem Umbau zu verringern, wäre total verfehlt. „Das ist unverhältnismäßig“, so der Stadtplaner. Jetzt wird die Teichsanierung für rund 137.000 Euro geplant, das Geld dafür steht im städtischen Haushalt bereit. Im Herbst sollen die Arbeiten durchgeführt werden. 109.000 Euro muss die Stadt Marl allerdings jetzt an das Land zurückzahlen. Dieses Geld war als Förderung für den Umbau des Gänsebrinkteichs geflossen. Für die Renovierung im Bestand gibt es diese Unterstützung nicht.

Einstimmig unterstützten dennoch die Politiker aller Fraktionen im Grünflächenausschuss die neuen Pläne der Stadtverwaltung, damit im Gänsebrink endlich etwas passiert. Denn darüber, dass der Teich im Hülser Park nicht bleiben darf, wie er ist, herrscht in Politik und Stadtverwaltung fast genau so lange Einigkeit, wie sich der Unmut vieler Marler regt.

Seit 20 Jahren nicht instand gesetzt

Seit 20 Jahren ist der Teich nicht instand gesetzt worden, zuerst, weil in der kommunalen Kasse das Geld dafür fehlte, zuletzt, weil es nach Aussage des städtischen Planungsamtschefs in der Verwaltung an Personal für die Planung mangelte.

Seit 2016 im Zuge des Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) Pläne geschmiedet wurden, das stehende zu einem fließenden Gewässer umzubauen, um Verschlammung in Zukunft zu vermeiden, wurden am Ufer Bäume gefällt. Deren Laub hatte mit dafür gesorgt, dass der Teich verschlammte, im Sommer warfen ihre Kronen so viel Schatten auf das Wasser, dass die Algenbildung von Jahr zu Jahr zunahm. Dass der Gänsebrinkpark samt Teich auf einer ehemaligen Hausmülldeponie errichtet wurde, sei entgegen vieler Annahmen nicht Ursache des Problems, so Markus Schaffrath. Proben des Grundwassers hätten nahezu Trinkwasserqualität.

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