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Gedenken zum Volkstrauertag: Pfarrer Ulrich Walter, Vizekonsulin Lidia Bialek, Bürgermeister Werner Arndt und Partnerschaftsbeauftragte Jennifer Radscheid (v. l.) legten einen Kranz am Bonhoeffer-Denkmal nieder.

Gedenkfeiern in vielen Stadtteilen

Marl ist stolz auf Städtepartnerschaften

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MARL - Beim Volkstrauertag rief Bürgermeister Werner Arndt die Marler dazu auf, sich mit der eigenen Geschichte auseinander zu setzen und die beiden Weltkriege mit deutscher Beteiligung nicht als "Fliegenschiss" abzutun.

Dass aus den Erzfeinden und Kriegsgegnern Frankreich und Deutschland Freunde geworden sind, ist für Bürgermeister Werner Arndt eine herausragende Leistung der Politik. Auch die Bürger der Partnerstädte Marl und Creil gedachten zum Volkstrauertag des Kriegsendes vor 100 Jahren. Eine Delegation aus Marl besuchte die Feiern zum Waffenstillstand von Compiègne, das nur wenige Kilometer von Creil entfernt liegt.

Und Creils Bürgermeister Jean-Claude Villemain schickte den Marlern eine Grußbotschaft. Er nennt die Brüderlichkeit, die im Wahlspruch der französischen Republik auftaucht, eine moralische Verpflichtung. Sie könne nicht erzwungen werden, sondern muss in den Herzen der Menschen wachsen.

Bürgermeister Werner Arndt sagte in seiner Ansprache zum Volkstrauertag, das Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft sei kein verstaubtes Ritual, sondern eine lebendige Form der Erinnerung. Arndt: „Wir sind stolz auf unsere Städtepartnerschaften und die deutsch-französische Aussöhnung. Und wir lassen uns nicht von denen beirren, die sich der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte nicht stellen und sie als Fliegenschiss abtun.“

"Frieden muss gewagt werden"

Pfarrer Ulrich Walter (Evangelische Stadtkirchengemeinde) zitierte Gedanken des Theologen Dietrich Bonhoeffer, vor dessen Büste sich gestern viele Menschen versammelt hatten: „Frieden muss gewagt werden.“

Der Gedenkfeier schloss sich eine Kranzniederlegung und ein Gedenken an die polnischen Kriegsopfer auf dem alten Friedhof hinter dem Rathaus an. Dazu war Lidia Bialek, Vizekonsulin des polnischen Generalkonsulats, nach Marl gekommen. Auch bei Gedenkfeiern in den Marler Stadtteilen legten die Bürgerinnen und Bürger Kränze nieder.

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