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Das war einmal: Gerd Politt (l.) präsentiert in RE ein Filmplakat, mit Klaus Bresser von der Sparkasse.

Geschäftsmann blickt zurück

Der "Kino-König" mit Herz

MARL - Gerd Politt regierte einst über 120 Lichtspieltheater. Einige davon waren in Marl. Heute lebt er in Krefeld.

Als „Kino-König“ hat ihn die hiesige Presse im auslaufenden Jahrtausend bezeichnet, doch das war Gerd Politt dann doch ein wenig zu dick aufgetragen. Dann wurde daraus der „Zelluloid-Mogul“, „und da habe ich gemerkt, dass ich sowieso nichts dagegen machen kann. Außerdem war’s ja auch ganz lustig.“ Dabei war die Betitelung gar nicht einmal so falsch: Wenn man über die Kino-Szene der 80er- und 90-er Jahre in Marl und Recklinghausen spricht, dann dominiert ein Name: Gerd Politt. In Marl betrieb er die Loe-Studios in Hüls und das Hollywood-Kino im Stern. In Recklinghausen hatte er das Studio an der Breite Straße, die Kammer an der Ecke Schaumburg-/Kampstraße, das Capitol an der Dortmunder Straße entweder besessen oder gemietet, und zwischenzeitlich liefen auch Atelier und Bambi im Löhrhof unter seiner Führung.

Mehr ging in jenen Tagen in Recklinghausen nicht, und deswegen war die Expansion nur die logische Folge: In seinen besten Tagen bestimmte Gerd Politt über 120 Kinos in 16 Städten – vornehmlich in Nordrhein-Westfalen und Sachsen: „Sofort nach der Wende habe ich mich im Osten umgetan und für Kino-Standorte interessiert. Ich hatte damals 500 Angestellte.“ So viel zum Thema „Kino-König“.

Über das Theater zum Kino

Heute blickt er mit 76 Jahren („Ich sehe aus wie 75“) nüchtern-versonnen auf diese Zeit zurück. Gerd Politt wohnt bereits seit vielen Jahren in Krefeld. Die Vorliebe für das Kino hat bei Gerd Politt einen Umweg genommen: „Es war eigentlich das Theater, das ich immer sehr gemocht habe. Ich war befreundet mit dem einzigen Neffen von Gustav Gründgens, das hat mich natürlich geprägt.“ Was aber auch nicht aus seinem Leben wegzudenken ist, ist die Sozialdemokratie. Seit 56 Jahren ist er in der SPD, gefühlt ist er aber noch länger dabei: „Ich meine immer, ich hätte die Partei mitgegründet.“ Erst in seinen späten Jahren in Krefeld ist er dort auch in Funktion – inzwischen als Vorsitzender der SPD-Senioren: „Ich hatte immer ein Herz für Alte und Schwache.“

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