Gesundheitsamt eingeschaltet

Mieter in Sorge wegen Legionellen

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MARL - Schon vor mehreren Jahren wurden Legionellen im Trinkwasser eines Hülser Mehrfamilienhauses entdeckt. Das Gesundheitsamt sieht keine Gefahr. Aber die Bewohner, vornehmlich Senioren, sind beunruhigt.

Zwei Mieterinnen seien in den letzten beiden Jahren an einer Lungenentzündung erkrankt, teilte eine Bewohnerin unserer Redaktion mit. Ob die Erkrankungen in Zusammenhang mit den Bakterien stehen, war nicht zu klären. Von ihrer Wohnungsgesellschaft, der Vivawest, fühlt sich die Bewohnerin nicht hinreichend informiert. Sie fürchtet, dass sie Ärger bekommt, wenn ihr Name in der Zeitung steht. Auf unsere Nachfrage bestätigt das Gesundheitsamt des Kreises, das Legionellenproblem sei seit drei Jahren bekannt. 18 Familien oder Einzelpersonen leben in dem Neubau. Eigentümer Vivawest sei immer seiner Pflicht nachgekommen und habe dem Gesundheitsamt Befunde mitgeteilt. In sechs Wohnungen fielen in den letzten drei Jahren Legionellen auf, berichtet Kreissprecher Jochem Manz. Momentan seien es noch drei Wohnungen. Nach Auskunft des Kreissprechers müssen Eigentümer von Mehrfamilienhäusern alle drei Jahre Warmwasserproben auf Legionellen untersuchen lassen, Betreiber von Altenheimen und Krankenhäusern sogar jährlich.

Keinen Grenzwert festgelegt

Die Bundesregierung hat in der Trinkwasserverordnung aber keine Grenzwerte festgelegt, sondern einen „technische Maßnahmenwert“, ab dem Betreiber Gefährdungsanalysen in Auftrag geben müssen. Er liegt bei 100 koloniebildenden Einheiten (KBE, also lebenden Mikroorganismen) pro 100 Milliliter. Dieser technische Wert sage nichts über die tatsächliche Gefahr aus, so Manz.

In dem Hülser Wohnhaus wurde dieser Wert deutlich überschritten. Im Februar dieses Jahres wurde der Höchstwert von 4600 KBE/ml gemessen. Ein Duschverbot werde aber erst ab 10.000 KBE ausgesprochen, informierte uns die Vivawest.

Ein Gutachter habe im Auftrag des Unternehmens eine Gefährdungsanalyse erstellt, ergänzte Jochem Manz. Mängel in der Versorgungsanlage wurden nicht festgestellt, sie sei in Ordnung. Die Wohnungsgesellschaft baute vorsorglich Sterilfilter bei Mietern mit einem geschwächten Immunsystem ein. Sie würden monatlich ausgetauscht. Die Vivawest habe zudem Armaturen gewechselt, Ventile kontrolliert und mit Mietern über den korrekten Betrieb der Warmwasser-Anlagen gesprochen, erklärt ihr Sprecher Gregor Boldt. Alle Bewohner würden durch Aushänge informiert.

Wasser laufen lassen

Aus Sicht des Kreises reicht das aus. Das Gesundheitsamt hat der Wohnungsgesellschaft keine weiteren Pflichten auferlegt. Sprecher Jochem Manz: „Wir behalten das Gebäude aber im Auge.“

Wie aber konnten die Legionellen sich in dem Hülser Wohnhaus vermehren? Das bleibt unklar. Nach Angaben des Kreissprechers können Probleme entstehen, wenn Mieter besonders sparsam sind, Wasserhähne über längere Zeit stillstehen lassen. „Unser Rat: Man sollte regelmäßig ausreichend Wasser laufen lassen“, sagt Jochem Manz: „Das ist die beste Möglichkeit, das Risiko zu verringern.“ Die Vivawest empfiehlt darüber hinaus die regelmäßige Reinigung von Duschköpfen und Düsen.

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