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Paul Wagner, beate Kühnhenrich und Johannes Westermann von der grünen Wählergemeinschaft.

Die Gründer blicken zurück

40 Jahre Wählergemeinschaft die Grünen

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MARL - Für die Gründungsmitglieder der Wählergemeinschaft Die Grünen war bei der Gründung 1978 in der Gaststätte Baumeister in Sickingmühle eines klar. „Wir hatten uns auf die Fahne geschrieben, politische Nadelstiche gegen den damaligen SPD-Filz im Rathaus zu setzen und gegen die übermäßige Luftbelastung durch Kohlekraftwerke zu protestieren“, erinnert sich Paul Wagner an die Anfänge.

40 Jahre ist das nun her. Grund genug, den runden Geburtstag gebührend zu feiern. Gefeiert wird am Samstag, 10. November, im Forum A der Willy-Brandt-Gesamtschule (Herzlia Allee). Beginn ist um 19 Uhr. „Es soll kein politischer Abend werden“, verspricht die Fraktionsvorsitzende Beate Kühnhenrich. Auftreten werden mit „Fatpack“ und „Blues Generation’N“ zwei lokale Bands sowie der Kabarettist Martin Eickmann. „Ansonsten gibt es viele nette Gespräche und natürlich Essen und Trinken,“ so Paul Wagner weiter.

Ein Blick zurück in die Geschichte. 1978 fanden sich Paul Wagner, Rainer Pienkos, Horst Rapp, Eva Wiersdorf und Klaus Stawitzki im Hotel Baumeister zusammen, um eine neue politische Initiative aus der Taufe zu heben. Es war die Geburtsstunde der Wählergemeinschaft „Die Grünen“ – und damit, so Paul Wagner, war Marl die Keimzelle der grünen Partei auf NRW-Ebene. „Wir hatten das Ziel, den etablierten Parteien im Marler Rat zuzusetzen“, so Wagner weiter. Das Vorhaben gelang. Bei der ersten Kommunalwahl mit „grüner“ Beteiligung 1979 holte die Wählergemeinschaft auf Anhieb 8,9 Prozent der Stimmen. Das Ergebnis wurde bei der nächsten Kommunalwahl 1984 noch getoppt. 11,9 Prozent ergab die Auswertung. „Wir haben damals sechs Ratsmitglieder gestellt. Mit unserem Einzug ins Rathaus gab es in Marl das erste Mal eine richtige Opposition,“ berichtet das Gründungsmitglied. Bis heute wurde die grüne WG ohne Unterbrechung ins Stadtparlament gewählt.

Auf ihre Fahnen schreibt sie sich, dass sich Marl nach langen Debatten als erste Stadt in NRW zur atomwaffenfreien Zone erklärte. Die Grünen setzten auch die Benennung einer Straße nach einer polnischen Fremdarbeiterin durch, einer Frau, die für die Chemiefabrik in Auschwitz ausgebildet wurde und das Grauen überlebte: Josefa Lazuga. Fraktionsgeschäftsführer Johannes Westermann: „Das waren bewegte Zeiten“. Allerdings: Der Schwung sei allen im Laufe der Zeit ein wenig verloren gegangen. Ende 2008 kam es zur Spaltung der Partei. Neben der Wählergemeinschaft gründete sich nach einem heftigen Streit ein Ortsverband der Bündnisgrünen, mit dem die WG nicht verschmelzen wollte. Seitdem gibt es in Marl zwei Vertretungen, die sich grüne Politik auf die Fahnen schreiben – und sich gegenseitig Wählerstimmen wegnehmen. Die Mitglieder der Wählergemeinschaft – 40 an der Zahl – haben sich davon aber nicht von ihrem „grünen“ Weg abbringen lassen. Paul Wagner: „Wir werden uns weiter inhaltlich einbringen und falls notwendig auch Kritik äußern.“

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