Gründung wird vorbereitet

Partner für Stadtwerke gesucht

  • schließen

MARL - Die Stadt soll die Versorgung ihrer Bürger mit Energie in die eigenen Hände nehmen – und zügig die Gründung von Stadtwerken vorbereiten.

Zum 31. Januar 2021 laufen die Konzessionsverträge für Strom und Gas aus. Die Stadt Marl hat sie mit dem Unternehmen innogy SE geschlossen. Jetzt steht die Entscheidung für die nächsten 20 Jahre an. In eigenen Stadtwerken mit erfahrenen Unternehmen der Energiewirtschaft als Partner sehen vor allem SPD und CDU große Chancen. Sie hatten deshalb im Rat einen gemeinsamen Antrag für Stadtwerke eingebracht.

„Die Wertschöpfung bliebe in der Stadt und nicht bei großen Konzernen“, argumentiert Jens Vogel (SPD): „Wir versprechen uns von Stadtwerken ein Plus an Transparenz. Jetzt müssen wir die Bürger dafür gewinnen.“ Alle Fraktionen stehen hinter der Grundsatzentscheidung für Stadtwerke – auch buergerunion und FDP stimmten im Rat dafür. Sie pochen allerdings darauf, dass die Gründung von Stadtwerken nicht überstürzt, sondern mit Augenmaß diskutiert wird: „Stadtwerke sind keine Lizenz zum Gelddrucken“, sagt Fraktionsvorsitzender Robert Heinze (FDP): „Wir verändern die Struktur in der Stadt über Jahrzehnte. Da sollten wir nicht ideologisch gesteuert in ein Abenteuer rasen oder in eine Struktur, die uns behindert.“

Einfluss auf Entscheidungen

In dem Ratsbeschluss ist von einer sorgfältigen Vorbereitung die Rede. Die Stadt soll sich von Juristen und Experten aus der Energiewirtschaft beraten lassen. In dem Beteiligungsmodell soll sie „bestimmenden Einfluss“ und die Mehrheit haben. Die Fraktionen wollen die Gründung der Stadtwerke in einem Beirat oder Arbeitskreis begleiten.

Partner der Marler Stadtwerke könnten der aktuelle Netzbetreiber innogy SE und Gelsenwasser sein. Sie haben bereits Interesse angemeldet. Als Berater der Stadt Marl prüft der Wirtschaftsmediator Martin Brück von Oertzen, was beide Unternehmen und andere regionale Interessenten zu bieten haben. Er bewertet die Angebote außerdem auf Durchschnittsrenditen. Brück von Oertzen hatte auch die Gründung der Stadtwerke in Castrop-Rauxel vor sechs Jahren begleitet. Der Experte schlägt vor, dass die Stadt Marl ihre Beteiligung über ein Darlehen zu aktuell günstigen Zinskonditionen finanziert.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Schock-Tat in Gelsenkirchen: Mann injiziert 13-Jähriger unbekannte Substanz - so geht es dem Opfer
Schock-Tat in Gelsenkirchen: Mann injiziert 13-Jähriger unbekannte Substanz - so geht es dem Opfer
Marler Stern: Parkhaus und Rolltreppe eröffnet - Fakt AG nennt neue Mieter
Marler Stern: Parkhaus und Rolltreppe eröffnet - Fakt AG nennt neue Mieter
Frau stürzt mit Mofa - dann deckt die Polizei Unglaubliches auf
Frau stürzt mit Mofa - dann deckt die Polizei Unglaubliches auf
Hallenstadtmeisterschaft in Datteln - kein leichtes Los für Gastgeber Borussia Ahsen
Hallenstadtmeisterschaft in Datteln - kein leichtes Los für Gastgeber Borussia Ahsen
Das Südbad wird komplett geräumt - zwei Schulklassen müssen schnell ins Freie
Das Südbad wird komplett geräumt - zwei Schulklassen müssen schnell ins Freie

Kommentare