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Frank Plauschinat in seinem Shop am Dümmerweg.

Harley-Davidson-Werkstatt

Leidenschaft für eine Legende

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MARL - Frank Plauschinat kümmert sich um Maschinen des weltweit wohl legendärsten Motorrad-Herstellers überhaupt: Harley-Davidson. Kein anderer Name steht mehr für Freiheit, Rock ‘n‘ Roll und einen Lebensstil, der Harley-Fahrern viel bedeutet.

Im Industriegebiet am Dümmerweg eröffnete Frank Plauschinat einen kleinen Laden, der unter der anvisierten Kundschaft schnell zu einer beliebten Adresse wurde. Haben die durch US-Präsident Donald Trump verordneten Strafzölle und die dadurch denkbare Verlegung des Harley-Produktionsstandortes aus den USA Einfluss auf den Shop? „Nein, damit habe ich keine Probleme“, antwortet Plauschinat. „Europa ist der zweitwichtigste Markt für Harley und die Pläne zur Verlegung der Produktion gab es schon länger. Trumps Handeln hat diesen Prozess höchstens beschleunigt, aber nicht ausgelöst“, analysiert Frank Plauschinat. Außerdem beziehe er Ersatzteile nicht immer von den Herstellern der Originalteile.

Die Leidenschaft für die amerikanischen Nobelhobel wurde in Frank Plauschinat vor 30 Jahren geweckt. Selbstständig machte er sich aber eher zufällig. Der Laden läuft jedenfalls, ihm sei an keinem Tag langweilig. Das Geschäft verteilt sich grob betrachtet auf zwei Jahreszeiten. Im Sommer geht es um Wartung und Inspektion, im Winter um Umbau und Verschönerungsarbeiten — das sogenannte „Customizing“. Der potenzielle Markt ist relativ groß. Auf Nachfrage nennt das Straßenverkehrsamt für den Kreis Recklinghausen 2187 angemeldete Harleys. Zahlen für einzelne Städte gibt es jedoch nicht.

Auf dem Werkstattboden liegt ein Karton mit einem frisch eingetroffenen Auspuff. Der war ein Kundenwunsch und ist nicht serienmäßig. Der Einbau wird über 3000 Euro kosten. Die Nachbarn des Käufers werden zukünftig immer wissen, wann der Fahrer mit seiner Harley nach Hause kommt.

Die Harley-Davidson sei durchaus eine gute Wertanlage. Frank Plauschinat empfiehlt dabei Motorräder, die zwischen 1984 und 1999 gebaut wurden. „Die Motoren dieser Jahrgänge wurden von Porsche entwickelt, das waren qualitativ hochwertige Maschinen. Die modernen Motoren wurden auch an verschiedene Abgasnormen angepasst“, sagt Plauschinat. Was ihm und vielen Puristen nicht gefällt, ist der teilweise große Kommerz um die Marke. Der hätte in den letzten Jahren zugenommen. Mit einer Harley kaufen sich manche Leute — zum Beispiel Zahnärzte und Anwälte — auch gerne das dazugehörige Image. „Nach der Anschaffung der Maschine geben Harley-Fahrer gut und gerne weitere 5000 Euro für Zubehör aus“, sagt Plauschinat. Davon lebt allerdings auch er. Harleys sind ihren Besitzern viel wert. Und so ist es keine Seltenheit, dass beim Fahren auch die Jacke oder das T-Shirt mit dem entsprechenden Logo darauf im Wind flattern soll.

„Ich habe die Kleidung früher auch selbst angezogen, aber das ist heute anders“, sagt Frank Plauschinat. Vor einiger Zeit fragte Frank Plauschinat übrigens mal bei Harley an, was denn die Lizenz für eine offizielle Niederlassung kosten würde. 1,5 Millionen Euro seien da genannt worden. Dazu kamen Vorgaben, wie viele Maschinen man abnehmen und welches Personal man einstellen müsse. Das war dem „Schrauber“ vom Dümmerweg, bei aller Leidenschaft, dann aber doch zu viel.

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