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Aus der ehemaligen Kapelle auf dem alten Friedhof an der Sickingmühler Straße hat der Heimatverein das Europäische Friedenshaus gemacht.

Heimatverein fördert Kulturprojekt

Ein Zentrum für Musik mitten in Marl

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MARL - Die Europa Chor Akademie zieht ins Friedenhaus ein.

Das Europäische Friedenshaus soll eine Stätte der Musik werden. Gemeinsam mit dem Gründer der Europa Chor Akademie, Professor Joshard Daus, plant der Heimatverein Marl hier einen Standort für internationale Nachwuchsförderung und Chorprojekte und sichert damit auch den Bestand des Friedenshauses. Der Bund fördert die Europa Chor Akademie mit stattlichen 7 Millionen Euro. Als „Zweigstelle“ könnte auch Marl von der finanziellen Unterstützung profitieren. Joshard Daus gilt als einer der führenden Experten für Chormusik. Die Europa Chor Akademie wurde 1997 von ihm ins Leben gerufen. „Es gibt in Deutschland keine blühenden Chorlandschaften mehr. Andere Länder haben viel lebendigere Chortraditionen. Wir wollen das Chorsingen auch bei uns wieder positiv besetzen“, erläutert der Musikprofessor. Die Chor Akademie sei ein Herzensprojekt, betont er. Jetzt bringt sie ihn nach langer Abwesenheit wieder in seine alte Heimat Westfalen zurück.

Auftritte in New York und Peking

Die Europa Chor Akademie steht für die Ausbildung von Chorsängerinnen und Chorsängern, aber auch für Auftritte mit hochkarätigen Solisten und Dirigenten in aller Welt. Am Pult dirigierten zum Beispiel Kent Nagano, Plácido Domingo und Sir Simon Rattle. Es gab Auftritte unter anderem in der Carnegie Hall, New York. Die Sängerinnen und Sänger begleiteten den Komponisten Krzysztof Penderecki bei der Uraufführung seiner achten Sinfonie im Eröffnungskonzert des Beijing Music Festivals in China. Für die Aufnahme von Arnold Schönbergs „Moses und Aron“ unter Leitung von Sylvain Cambreling gab es 2013 in den USA eine Nominierung für den Grammy.

Aktuell ist die Europa Chor Akademie Partner der Hamburger Symphoniker und wirkt in der Hansestadt bei Konzerten in der Laeiszhalle und der Elbphilharmonie mit. Nach einer zufälligen Begegnung zwischen Joshard Daus und dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Hubert Schulte-Kemper, entstand die Idee, das Ruhrgebiet in das Kulturprojekt mit einzubeziehen und das Friedenshaus in Marl für die Chorarbeit zu nutzen. „Diese Verbindung ist eine sinnvolle Ergänzung“, so Daus und verweist auf die Via Reggia. Die mehr als 4500 Kilometer lange und über 2000 Jahre alte Landverbindung von Ost- nach Westeuropa gilt als Sinnbild der Einigung Europas und wurde im Jahr 2006 als „Große Kulturstraße des Europarates“ ausgezeichnet.

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