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Ein gutes Team: (v.l.) Rene Pasemann vom DRK, Leiter der Rettungswache an der Bachstraße, arbeitet mit den Sanitätern Dennis Bracht vom ASB und Jörg van der Groef vom DRK in einer Schicht zusammen.

Hilfsdienste wachsen zusammen

Eine Fahrt mit Blaulicht ist etwas Besonderes

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MARL - In Marl werden Krankentransporte jetzt von drei Dienstleistern gemeinsam durchgeführt. Bei einem Ernstfall waren wir dabei.

Seit dem 1. Juli arbeiten sie zusammen: Der Malteser Hilfsdienst, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), und das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Die drei Hilfsdienste übernehmen die Krankentransporte in Marl jetzt gemeinsam (MZ vom 8. Juni). Davon, wie das in der Praxis aussieht, konnten wir uns in dieser Woche selbst ein Bild machen. Wir haben die Sanitäter an einem Tag begleitet, inklusive einer Blaulichtfahrt. René Pasemann leitet die Hülser Rettungswache an der Bachstraße. „Leidenschaft ist für diesen Beruf wirklich sehr wichtig. Wer viel Geld verdienen will, ist hier dagegen falsch“, sagt Pasemann.

120.000 Euro kostet ein Rettungswagen in der Grundausstattung. Hinzu kommen knapp 80.000 Euro für die nötige Ausstattung. Dazu zählen bis zu 30 Medikamente. Von Aspirin über Adrenalin bis zu Glukose ist für die gängigsten Notfälle alles dabei. Übrigens immer in flüssiger Form, um schnell gespritzt werden zu können. Seit dem Zusammenschluss der drei Hilfsdienste ASB, DRK und Malteser werden Misch-Teams gebildet. An diesem Tag sind das Dennis Bracht vom ASB und Jörg van der Groef vom DRK.

Blaulicht bringt Zeitgewinn

Um 11.27 Uhr kommt es zum Ernstfall. Ein Patient soll aus einem Marler Krankenhaus in eine Klinik nach Recklinghausen verlegt werden. Was zunächst nach einem Routinetransport aussieht, wird durch die auf der Fahrt plötzlich entstehenden Komplikationen spannender als erwartet. Dank Blaulicht und Martinshorn endet die Reise bereits nach elf Minuten im Krankenhaus. Gut für den Patienten. „Eine Fahrt mit Blaulicht ist was Besonderes, aber ungemein anstrengend“, schildert Dennis Bracht die hohe Anforderung. Was ihn stört, ist, dass viele Bürger aus seiner Sicht immer unselbstständiger werden. „Wir wurden schon wegen Sonnenbrand und Rasurwunden gerufen“, sagt Bracht. Die Fusion der Hilfsdienste in Marl funktioniert, so erleben wir es an diesem Tag beim Krankentransportdienst.

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