Hundesteuer in Marl

5250 Vierbeiner bringen 590.000 Euro im Jahr

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  • Claus Pawlinka
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Für Hundehalter ist sie oft ein Ärgernis. Den Städten spült die Hundesteuer Geld in die Kasse. Mit 109,80 Euro Steuern für den ersten Hund gibt sich die Stadt Marl zwar nicht ganz bescheiden, gehört aber auch nicht zu den teuersten Städten im Land. Ein Überblick:

Östlich von Münster ist die Welt noch in Ordnung. Zumindest aus der Sicht von Hundehaltern. Diese zahlen in den Gemeinden Lienen und Verl die niedrigsten Steuern für ihre Fiffis – weniger als ein Viertel von dem, was die Stadt Marl verlangt. Das hat der Vergleich des Bundes der Steuerzahler ergeben. Für den ersten Hund im Haushalt sind in Marl 109,80 Euro pro Jahr fällig. Damit liegt die Stadt leicht über dem NRW-Mittelwert, der 102 Euro beträgt. Am günstigsten kommen Hundehalter in den Gemeinden Lienen (24 Euro) und Verl (25 Euro) weg. Am anderen Ende der Tabelle stehen Bochum (168 Euro) und Hagen (180 Euro). Aus den deutlichen Unterschieden lässt sich eine Grundtendenz ablesen: Große, eng besiedelte Städte wollen mit der Hundesteuer nicht (nur) Kasse machen, sondern mit den hohen Tarifen auch die Zahl der Vierbeiner begrenzen. Daher werden von Bürgern, die sich einen Zweit- oder Dritthund halten, in der Regel noch höhere Steuern verlangt.

Regionaler Vergleich

Jeder Halter ist verpflichtet, den Hund an- beziehungsweise abzumelden. Hunde können schriftlich mit dem amtlichen Vordruck, der auf der Internetseite der Stadt Marl als Download bereitsteht, oder persönlich im Bürgerbüro angemeldet werden. Auf Antrag sind Steuerbefreiungen oder Steuerermäßigungen möglich (für Blindenhunde, bestimmte Wachhunde, Hunde aus dem Tierheim usw.).

Bei der Stadt Marl sind aktuell 5250 Hunde offiziell angemeldet. Im vergangenen Jahr spülte die Hundesteuer 590.000 Euro in die Stadtkasse. Das ist für eine klamme Kommune ein Batzen Geld, zumal die Hundesteuerzahler keinen Anspruch auf eine Gegenleistung haben. Weder muss die Stadt Hundehaufen auf öffentlichen Flächen entfernen, noch muss sie eine Auslaufwiese bereitstellen. Im regionalen Vergleich steht die Stadt Marl mit knapp 110 Euro übrigens ganz passabel da. Recklinghausen verlangt genauso viel, Herten mit 108 Euro nur etwas weniger. Gelsenkirchen kassiert 129 Euro. In Herne kann man beim Blick in die Tabelle schon mal ins Winseln kommen: 152 Euro sind dort für den ersten Hund fällig. Die günstigsten Städte im Kreis Recklinghausen sind Datteln, Haltern, Castrop-Rauxel und Oer-Erkenschwick mit 96 Euro.

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