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Von der Kindertagesstätte zum Familienzentrum: Die Einrichtung Arche am Lipper Weg wurde nun zertifiziert. Stärkung von Familien und Inklusion sind zwei Elemente der Arbeit. Arwa, Tobias, Joleen und Cecile (v.l.) genießen die Zeit mit der Leiterin Renate Kovacs.

Inklusion im Mittelpunkt

Arche wird zum Familienzentrum

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MARL - Die Arche am Lipper Weg möchte Menschen unabhängig von Herkunft und sozialem Status dieselben Förder- und Entwicklungsmöglichkeiten einräumen. Das gilt auch für Bewohner des Stadtteils Hüls-Süd.

Seit Anfang August ist die Kindertagesstätte ein Familienzentrum, in dem Inklusion ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist. In der Arche macht es keinen Unterschied, ob ein Kind eine Behinderung hat oder nicht. Träger ist die Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen.

Kinder für die Tagesbetreuung abzugeben und später wieder abzuholen, das ist nicht Zweck der Arche am Lipper Weg. „Wir stellen uns die Frage, was wir verändern können, um Familien zu unterstützen. Wir wollen sie nicht verändern“, sagt Renate Kovacs, Leiterin des Familienzentrums. Das Angebot richtet sich nicht nur an Kinder von der Arche oder deren Eltern, sondern an ganz Hüls-Süd.

Den Menschen selbstbestimmtes Handeln zu ermöglichen, ist ein wichtiger Faktor – gerade für Familien mit schwierigem sozialen Hintergrund. „Die werden zu häufig fremdbestimmt“, sagt Kovacs. Familien mit Hartz IV müssen beispielsweise Auflagen erfüllen, um Geld zu erhalten. Ein finanzieller Spielraum ist kaum vorhanden. „Jemand der einen Eintrag bei der Schufa hat, erhält in seltenen Fällen eine Wohnung“, sagt Kovacs. Bei solchen Themen bietet die Arche als Familienzentrum Unterstützung. Das Diakonische Werk besitzt ein gut ausgebautes Netzwerk an wichtigen Anlaufstellen. Suchtberatung, Kinder- und Jugendhilfe sowie Schuldnerberatung gehören unter anderem zum Angebot.

Selbst beraten können die Mitarbeiter des Familienzentrums nicht: „Wir bieten donnerstags von 15 bis 17 Uhr Lotsenstunden, in denen Eltern Fragen rund um ihr Kind stellen können. Wir vermitteln auch an Beratungsstellen“, sagt Kovacs. Eine Mutter hat durch die Vermittlung zur Schuldnerberatung eine Wohnung gefunden, obwohl sie einen negativen Eintrag in der Schufa hat. Für die Mitarbeiter ist das zusätzliche Angebot der Familienbetreuung kein Problem. „Die sind toll und haben schon immer auf Familien geschaut“, sagt Kovacs.

In der Arche kümmern sich unter anderem Erzieher, Heilpädagogen und Therapeuten um die Kinder. Wichtige Säule der Arbeit ist das Konzept „Familie und Nachbarschaft“ (FuN). „Bei diesem elternstärkenden Programm fördern wir das Verantwortungsbewusstsein der Eltern im Umgang mit Kindern“, sagt Kovacs. Weitere offene Angebote für Bewohner in Hüls-Süd sind Freizeitaktivitäten, Eltern-Kind-Gruppen und Elterncafés. „Wir haben hier die große Chance der präventiven Arbeit“, so Kovacs. Durch die Zertifizierung zum Familienzentrum erhält die Arche jährlich 13 000 Euro. Diese finanzieren die Angebote mit.

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