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Wenn das Kindeswohl in Familien gefährdet ist, bietet das Jugendamt zahlreiche Hilfe an. Ziel ist immer die Stärkung der Familie. --Foto: Archiv

Jugendamt zieht aus dem Rathaus aus

Sozialarbeit in den Stadtteilen stärken

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MARL - Sozialarbeiter packen gerade Kisten aus. Noch im November will das Jugendamt zwei Stadtteilbüros in der Pommernstraße und der ehemaligen Videothek an der Brassertstraße eröffnen. Partner sind die Diakonie in Drewer und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Brassert.

Im kommenden Jahr soll ein Büro in Drewer-Nord folgen. Über die Immobilie wird noch verhandelt. Die Sozialraumbüros sind als Anlaufstelle für Familien gedacht, die in sozialer Not Unterstützung suchen. Es soll dort auch gemütliche Elterncafés geben, in denen sich Mütter (oder Väter) austauschen können, Erziehungstipps und Adressen erhalten.

Stadtteilbüros gibt es bereits in Hamm (Ernst-Reuter-Haus am Sperberweg), in der Enkesiedlung, Merkurstraße und im Nachbarschaftszentrum Max-Reger-Straße. Auch im fertig sanierten Rathaus wird es Angebote geben. Für das Viertel zwischen Bergstraße und Creiler Platz ist ein Quartiersmanagement geplant. Die Quartiersarbeiter werden nicht nur Familien unterstützen, sondern Angebote und Treffpunkte für alle Bürger und Gruppen aus dem Stadtkern schaffen.

Hintergrund der Stadtteilarbeit sind auch die teuren Heimunterbringungen und Erziehungshilfen. Einer Studie des Leonberger Instituts für Management zufolge spart die Stadt Marl 3,1 Millionen Euro allein im Jahr 2022, wenn sie in belasteten Stadtteilen mit vielen Alleinerziehenden, Sozialhilfeempfängern und „Bildungsarmut“ vorbeugende Sozialarbeit leistet.

Mit dem geplanten Auszug der Ämter aus dem sanierungsreifen Rathaus ordnet Jugendamtsleiter Volker Mittmann auch den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) ganz neu. Alle 24 Mitarbeiter werden auf die Stadtteile verteilt, sollen dort Ansprechpartner für die Menschen sein. Die Mitarbeiter des ASD leisten Erziehungshilfen, beraten Familien bei Trennungen und Scheidungen. Und sie besuchen alle Familien, in denen ein Kind geboren wird, bieten ihre Hilfe an und nennen nützliche Adressen. „Falls wir aber Hinweise haben, dass ein Kind gefährdet ist, fahren wir öfter raus“, betont Volker Mittmann. „Dann sehen wir nach, ob der Kühlschrank voll ist, kontrollieren, ob Vorsorgeuntersuchungen eingehalten werden. Immer sind unsere Mitarbeiter zu zweit draußen – so wollen wir Fehleinschätzungen vermeiden.“

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