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Nach einer winterbedingten Unterbrechung gehen die Kanalarbeiten an der Brassertstraße weiter.

Kanalrohre werden größer

Anwohner klagen über Erschütterungen

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MARL - Die Kanalbau- und Straßensanierungsarbeiten in der Brassertstraße dauern voraussichtlich bis zum Herbst - werfen aber jetzt schon bei Anwohnern Fragen auf.

Anlieger in Höhe der Steinstraße klagen über massive Erschütterungen: „Bei uns klirren die Kaffeetassen im Schrank. Ich fürchte, dass uns die Decke über dem Kopf zusammenfällt“, sagt Helmut Kleinkes, der früher selbst im Kanalbau gearbeitet hat. Er fragt, ob die Asphaltdecke wirklich mit der Baggerschaufel zertrümmert werden muss. Man könne sie doch auch mit dem Hammer aufstemmen.

Die Stadt lässt den Asphalt mit einem Trennschneider aufschneiden, mit dem Bagger ausheben und dann abtransportieren. Das sei die Arbeitsweise, die am besten vor Lärm und Schmutz schütze. Die Belästigung durch einen Presslufthammer sei deutlich höher, sagt Rainer Kohl. Wenn es Probleme gebe, könnten sich die Anlieger an Bauleiter Markus Nielbock vom Zentralen Betriebshof wenden, Tel. 99-6627.

Zweifel am Sinn der Sanierung

Helmut Kleinkes zweifelt auch daran, dass die Kanalrohre wirklich saniert werden müssen. Er habe sie fotografiert, könne keine Risse erkennen. Das sieht die Stadt ebenfalls anders: Der Kanal sei 1932 angelegt worden. Er müsse unbedingt saniert und heutigen Bedürfnissen angepasst werden, sagt der Stadtsprecher. Teils müssten auch größere Rohre verlegt werden. Vor der Sanierung der Brassertstraße sei der Kanal nochmals mit einer Kamera befahren worden. Dabei hätten die Fachleute massive Undichtigkeiten, Risse sowie Ablaufhindernisse entdeckt.

Voraussichtlich Anfang März enden die Kanalarbeiten an der Kreuzung zur Bogenstraße. Danach soll die Brassertstraße von der Schachtstraße bis zur Konditorei vorübergehend für den Verkehr freigegeben werden. Die Baustelle wandert weiter. Der nächste Abschnitt führt bis zur Ringstraße. Ende Mai wechselt die Kanalbaustelle dann auf das Stück zwischen Hervester und Martin-Luther-Straße. Hier wird bis zum Herbst gearbeitet.

Anders als bisher gemeldet, sollen Geh- und Radwege nicht saniert werden. Sie seien in gutem Zustand, teilt Stadtsprecher Rainer Kohl auf Nachfrage mit. Nur die Bushaltestellen würden barrierefrei umgebaut. Die Baukosten würden nicht auf die Anlieger umgelegt.

Mittlerer Teil folgt später

Später wird auch noch der mittlere Straßenteil vom Markt bis zur Martin-Luther-Straße erneuert. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest. Hier muss die Straße auch nicht aufgerissen werden: Die Rohre sind groß genug, die Schäden an der Kanalisation nicht gravierend. Mit einem Schlauchliner wird die Kanalisation "im Verborgenen" saniert.

Von der Schachtstraße bis zur Hervester Straße wird die Brassertstraße abschnittsweise umgebaut und erhält eine neue Fahrbahndecke.

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