Im Kindergarten

Mit Impfbuch zum Anmeldegespräch

  • schließen

MARL - Nur Kinder, die gegen Krankheiten wie Masern, Mumps und Röteln geimpft sind, will ein privater Essener Kindergarten zukünftig noch aufnehmen. In fast allen Marler Einrichtungen wird der Impfschutz zwar abgefragt, aber nicht eingefordert.

„Wenn wir die Hausbesuche bei den Neuaufnahmen machen, lassen wir uns die Impfbücher zeigen“, erklärt Claudia Springstubbe, stellvertretende Leiterin aus dem evangelischen Kindergarten Paulinchen. Die Erzieherinnen würden nachfragen, warum ein Kind vielleicht nicht geimpft ist, was das für Gründe habe. „Denn die könnten nun mal vielschichtig sein. Meine eigenen Kinder hatten Allergien und sind daher nicht geimpft. Grundsätzlich bin ich aber dafür, da einige Krankheiten wieder auf dem Vormarsch sind“, erzählt die Erzieherin.

Weil die Rechtsgrundlage fehlt, gilt in den städtischen Einrichtungen nur eine Impfempfehlung. „Wir können den Eltern nicht vorschreiben, was sie zu machen haben“, betont Stadtsprecher Daniel Rustemeyer.

Im städtischen Kindergarten Kikinon in Lenkerbeck lässt sich Leiterin Elfi Schneider zur Anmeldung eines Kindes den Impfausweis vorlegen und empfiehlt, die Kinder gegebenenfalls noch nachimpfen zu lassen, wenn sie Lücken sieht. Das Familienzentrum bietet Eltern in Kooperation mit dem Gesundheitsamt in regelmäßigen Abständen Infoveranstaltungen zum Thema Impfungen an. „Die beleuchten das Thema auch von allen Seiten, damit Eltern über das Für und Wider Bescheid wissen“, so Elfi Schneider.

Ausweise werden kopiert

Ihre Kollegin Gabi Koch vom katholischen Kindergarten St. Bonifatius kopiert sich die Impfausweise, um zu wissen, welches Kind gegen welche Krankheit nicht geimpft ist. „Dann können wir alle Eltern, deren Kinder zum Beispiel nicht gegen Masern geimpft sind, darauf hinweisen, wenn ein anderes Kind an Masern erkrankt ist. Wir können den Eltern zumindest dann empfehlen, das Kind für ein paar Tage zu Hause zu lassen, damit es sich nicht ansteckt“, sagt Gabi Koch. Allerdings seien gut 98 Prozent der Kinder ihrer Kita gegen die gängigen Kinderkrankheiten geimpft.

So ähnlich sieht es in den DRK-Einrichtungen in Hamm und Lenkerbeck aus, die Petra Nette leitet: „Bei uns muss am ersten Tag ein Attest vorliegen, wo es um Impfungen, den Ausschluss ansteckender Krankheiten etc. geht. Bisher hatten wir noch nie ein Problem. Sollte es eins geben, muss der Träger am Ende entscheiden, ob das Kind aufgenommen wird oder nicht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Langes Warten auf den Prozess für den mutmaßlichen Totschläger von der Hohenzollernstraße
Langes Warten auf den Prozess für den mutmaßlichen Totschläger von der Hohenzollernstraße
Wir bringen Sie kostenlos zum Spiel Borussia Dortmund gegen SC Paderborn
Wir bringen Sie kostenlos zum Spiel Borussia Dortmund gegen SC Paderborn
Vier junge Männer schlagen und treten 25-Jährigen in Dorsten krankenhausreif
Vier junge Männer schlagen und treten 25-Jährigen in Dorsten krankenhausreif
Im Topspiel kassiert der 1. FFC Recklinghausen eine bittere Packung
Im Topspiel kassiert der 1. FFC Recklinghausen eine bittere Packung
Abendlicher Unfall auf der Autobahn 43 bei Marl-Sinsen - das ist passiert
Abendlicher Unfall auf der Autobahn 43 bei Marl-Sinsen - das ist passiert

Kommentare