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Sporthalle der ehemaligen Hauptschule an der Kampstrasse in Marl. Foto: Torsten Janfeld 20170620

Konzept für die Kampstraße

Stadtbücherei soll in die Sporthalle

MARL - Auch die Stadtbücherei soll mit dem Skulpturenmuseum und der VHS in die ehemalige Hauptschule an der Kampstraße umziehen. Platz wäre nach Plänen der Stadtverwaltung in Sporthalle. Die Sanierung der maroden Büchereiräume im Riegelhaus würde rund 700000 Euro kosten.

Für die Bibliotheksleiterin Marianne Brauckmann ist das eine willkommene Veränderung. "Überall, wo es nicht reinregnet und die Heizung funktioniert", wäre sie lieber als am derzeitigen Standort im Riegelhaus. "Es gibt nur eins. Wir müssen da raus", sagte Marianne Brauckmann jetzt vor Ratspolitikern im Kulturausschuss nicht nur mit Blick auf die Gebäudemängel der insel-Bibliothek im Riegelhaus. "Wir sind an der völlig falschen Stelle im Marler Stern", erklärte sie weiter. "Eine Bibliothek im Einkaufszentrum kann funktionieren, wenn sie als Ankerpunkt ganz vorn platziert wird. Wir sind von der Ladenstraße aus nicht einmal sichtbar." Die Aussicht, an der Kampstraße mit dem Museum und der VHS unter einem Dach neu anzufangen, wertet sie als „interessante Alternative".

Seit zwei Jahren leitet Marianne Brauckmann die städtische Bibliothek. Kultur und Konsum – dieses Rezept, nach dem insel und Bibliothek vor Jahrzehnten ihren Platz im Marler Stern gefunden hatten, funktioniere längst nicht mehr, betonte sie im Ausschuss. "Das Pferd ist tot!"

Statt der für eine öffentliche Bibliothek angestrebten Zahl von rund 200 000 Besuchern werden die Stadtbücherei am Jahresende voraussichtlich bei etwa 35 000 landen. Dabei sei mit viel Einsatz der Mitarbeiterinnen im Bestand der Bücherei in den vergangenen zwei Jahren bereits eine Menge geschehen. 8.000 Neuerwerbungen pro Jahr sind in die Regale gekommen, Altbestände im Gegenzug entrümpelt worden. Zu den neuen Angeboten gehört die Bücherklappe für die Rückgabe von ausgeliehenen Exemplaren. Eine Fläche von 3 000 Quadratmetern brauche man für eine Bibliothek im Zeitalter der elektronischen Medien nicht mehr, so Marianne Brauckmann. 800 Quadratmeter Bibliotheksfläche und 200 Quadratmeter für Ausleihe und Verwaltung hält sie für völlig ausreichend.

Genau diese Größe hat Stadtplaner Markus Schaffrath im Entwurf für die Umgestaltung der Hauptschule vorgestellt. Die Turnhalle bekäme dafür eine Zwischendecke. "Allerdings steht das Thema Turnhalle erst auf der Tagesordnung, wenn die übrigen Sporthallensanierungen abgeschlossen sind. Wir wollen den Vereinen, die jetzt an der Kampstraße sind, Alternativen anbieten", sagte Schaffrath im Kulturausschuss.

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