+
Unterzeichneten den Vertrag (v.l.): Dr. Claus-Rüdiger Haas (v.l.), Ärztlicher Direktor, Jugendamtsleiter Volker Mittmann und Peter Eltrop, kaufmännischer Direktor.

Kooperation mit Jugendamt

Nicht nur in Notfällen ein gutes Team

  • schließen

MARL - Notfallsituationen, in denen Mitarbeiter des Jugendamts Kinder und Jugendliche aus ihren Familien holen und wegen Eigen- oder Fremdgefährdung in der LWL-Klinik Marl Sinsen unterbringen müssen, treten im Schnitt etwa zehn Mal pro Jahr auf. Nicht nur dann läuft die Zusammenarbeit vorbildlich. Das machte Dr. Claus-Rüdiger Haas, Ärztlicher Direktor, gestern deutlich und unterzeichnete einen Kooperationsvertrag zwischen seiner Klinik und dem Jugendamt.

„Der Vertrag erhöht den Selbstverpflichtungscharakter und hält fest, wie die Zusammenarbeit im Detail abläuft“, erklärt Jugendamtschef Volker Mittmann. Dabei sei es längst die Regel, dass sich Klinik- und Jugendamtsmitarbeiter je nach Fall innerhalb bestimmter Fristen austauschten. Darüber hinaus gäbe es alle sechs Wochen Fallberatungen. „Da geht es dann um das weitere Vorgehen in konkreten Fällen“, beschreibt Volker Mittmann. Pro Jahr würden über 100 Kinder und Jugendliche in Sinsen behandelt. „Manchmal schildern wir auch Fälle anonym und fragen, wie wir vorgehen sollen“, nennt der Jugendamtsleiter ein weiteres Beispiel der Zusammenarbeit.

In den vergangenen Jahren hat sich diese nicht nur inhaltlich intensiviert, sondern auch ein anderes Ausmaß angenommen. Die Fallzahlen seien deutlich gestiegen. „Ich würde schätzen, in den letzten Jahren um 50 Prozent“, so Dr. Claus-Rüdiger Haas.

Vorbild für andere Städte

Woran das liegt? „Für Kinder und Jugendliche ist es heute schwer, gesund aufzuwachsen. Aufgrund sozialer Rahmenbedingungen bringen viele Kinder schon ein großes Päckchen mit. Nehmen wir nur die steigende Zahl Alleinerziehender, die völlig überlastet sind“, sagt Volker Mittmann. Statistisch gesehen erkrankten zudem 50 Prozent aller Kinder, die Eltern mit psychischen Erkrankungen haben.

Dass die Qualität der Zusammenarbeit auch in anderen Städten Schule macht, würde sich Dr. Claus-Rüdiger Haas wünschen. „Mir ist klar, dass man als Jugendamt anders rechnet, und die teuerste Lösung nicht immer die beste ist. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir in Gesprächen für alle Seiten die beste Lösung finden und schauen: Wie kriegt man das bezahlbar hin?“ Er habe zwar keine Belege, glaube aber, dass gerade dadurch Kosten gespart werden könnten. Volker Mittmann ergänzt: „Schnellere Wege sind immer gut.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Volltreffer - Überwachungskamera erwischt Kupferdiebin beim Kabelklau
Volltreffer - Überwachungskamera erwischt Kupferdiebin beim Kabelklau
Ein Leerstand weniger in der City: Junge Frau erfüllt sich ihren Traum 
Ein Leerstand weniger in der City: Junge Frau erfüllt sich ihren Traum 
Kabeldiebin auf frischer Tat ertappt, Teenager halten Jungen in Gleisbett fest
Kabeldiebin auf frischer Tat ertappt, Teenager halten Jungen in Gleisbett fest
Dieser Supermarkt soll im Herbst an der Halterner Straße eröffnen
Dieser Supermarkt soll im Herbst an der Halterner Straße eröffnen
Sparkasse kündigt Prämiensparverträge – ist das erlaubt?
Sparkasse kündigt Prämiensparverträge – ist das erlaubt?

Kommentare