Kostenlose Beratung

Wenn das Geld für Miete und Strom fehlt

  • schließen

MARL - 10.300 Marlerinnen und Marler gelten als überschuldet. Wer zahlungsunfähig ist, hat auf dem Wohnungsmarkt kaum noch eine Chance, eine Mietwohnung zu finden. Rat und Hilfe für Betroffene gibt es am kommenden Mittwoch, 5. Juni, 16 bis 19 Uhr, bei einer Telefonaktion der Schuldnerberatung im Diakonischen Werk. Die Beratungsstelle beteiligt sich damit an der bundesweiten Aktion „Albtraum Miete“.

„Wenn wir uns nicht um diese Menschen in prekären Lebenslagen kümmern, sind die sozialwirtschaftlichen Folgen von Überschuldung noch gar nicht absehbar“, sagt Christian Overmann von der Schuldnerberatung des Diakonischen Werks. Denn zu fast jedem Überschuldeten gehören Lebenspartner und/oder Kinder. „Tatsächlich ist Überschuldung also ein noch viel größeres Problem, als es die offiziellen Zahlen aufzeigen“, so der Schuldnerberater.

Marl gehört im Kreis Recklinghausen zu den Städten mit besonders vielen überschuldeten Haushalten. Insgesamt gibt es in den zehn Kreisstädten rund 70.000 überschuldete Bürgerinnen und Bürger. Immer häufiger sind auch Mietschulden dabei ein Problem, wie wir jüngst auch bei unserer Berichterstattung über die Wohnungslosenhilfe des Caritasverbands feststellen konnten. Wer mit der Miete in Verzug ist, Kaution und Nebenkosten nicht zahlen kann, dem droht schnell die Obdachlosigkeit. Hauptursachen für Überschuldung sind unvorhersehbare Ereignisse wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidung. Die Schuldnerberatungsstellen bieten Hilfe an, damit es erst gar nicht zu extremen Notsituationen kommt.

Individuelle Beratung gibt es bei der Aktion „„Albtraum Miete“. Die Hotline der Schuldnerberatung ist am Mittwoch, 5. Juni, 16 bis 19 Uhr, unter Tel. 0 23 65 / 41 44 34 oder 41 44 19 freigeschaltet. Die Beratung ist kostenlos.

Zu den Tipps für Schuldner gehören zum Beispiel: 1. Durch Inkasso nicht verrückt machen lassen: Erst Miete, Strom- und Heizkosten zahlen. 2. Informationen bei den Schuldnerberatungen einholen, bevor die Mietzahlung gefährdet wird. 3. Ansprüche auf Wohngeld und andere Sozialleistungen prüfen. 4. Ein Pfändungsschutzkonto einrichten. 5. Prüfen, welche Wege aus der Überschuldung führen können, zum Beispiel ein Insolvenzverfahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Nach kreativem Protest gegen AfD-Veranstaltung in Herten: Stephan Brandner verhöhnt Demonstranten
Nach kreativem Protest gegen AfD-Veranstaltung in Herten: Stephan Brandner verhöhnt Demonstranten
Auf in die fünfte Jahreszeit: Endlich werden die  Recklinghäuser Narren wieder regiert  
Auf in die fünfte Jahreszeit: Endlich werden die  Recklinghäuser Narren wieder regiert  
Karnevals-Geheimnis gelüftet: Das ist das neue Stadtprinzenpaar in Herten
Karnevals-Geheimnis gelüftet: Das ist das neue Stadtprinzenpaar in Herten
Warum die Feuerwehr die Heizung im Einsatzfahrzeug volle Pulle aufdrehte
Warum die Feuerwehr die Heizung im Einsatzfahrzeug volle Pulle aufdrehte
Der Protest geht weiter - warum die Gegner der Straßenbaubeiträge nicht aufgeben
Der Protest geht weiter - warum die Gegner der Straßenbaubeiträge nicht aufgeben

Kommentare