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An der Ecke Lipper Weg/ Heyerhoffstraße wird es an den Wochenenden laut.

Krach vor Kneipe

Am Wochenende leiden die Nachbarn

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MARL - Rund um die Gaststätte Kluge in Drewer herrsche nachts oft der Ausnahmezustand, klagen einige Anwohner. Der Wirtin ist da Problem bewusst. Sie will Abhilfe schaffen.

Am Wochenende finden die Nachbarn am Lipper Weg/Ecke Heyerhoffstraße nachts keine Ruhe. Rund um die Gaststätte Kluge an der Ecke herrsche regelmäßig der Ausnahmezustand, klagt ein Anwohner. Wirtin Lidia Piwolinski hat schon versucht, mit einem Türsteher für mehr Ordnung zu sorgen. Der hat allerdings inzwischen gekündigt. Lautes Gröhlen und Lärm von Schlägereien auf der Straße reiße die Nachbarn nachts aus dem Schlaf.

Das Geschäft mit der Eckkneipe sei in den vergangenen Jahren nicht einfacher geworden, so die Wirtin. Sie ist seit 21 Jahren Pächterin der Gaststätte, in der unter anderem der Marler Dartclub sein Vereinsdomizil hat.

Kneipe wurde zur angesagten Adresse

Nach zwei Partys in diesem Jahr ist sie auch für ein neues Publikum zur angesagten Adresse geworden. „Der DJ hat auf Facebook Werbung für seinen Auftritt bei uns gemacht, was ich nicht wusste“, sagt Lidia Piwolinski. Mit dem Besucheransturm, der folgte, habe sie selbst nicht gerechnet. So sehr sie sich über viele Gäste freut, manche würde sie selbst lieber nicht in ihrem Haus sehen. „Ich kann die Nachbarn manchmal ja verstehen“, sagt sie. Sie habe bei einem Sicherheitsdienst angefragt, um wieder Türsteher einzusetzen. „Aber die wollen immer nur zwei Leute schicken, das kann ich mir nicht leisten.“

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt Polizeisprecher Michael Franz, dass es immer mal wieder Einsätze an und in der Gaststätte gibt. „Es sind aber nicht mehr als in anderen Kneipen auch“, erklärt er. Anwohner haben sich mit ihren Beschwerden an das städtische Ordnungsamt gewandt. „Wir nehmen das Problem ernst“, erklärt Stadtsprecher Daniel Rustemeyer. „Alle gesetzlichen Möglichkeiten werden ausgeschöpft.“ Mehr möchte er zu dem „laufenden Verwaltungsverfahren“ nicht sagen. Lidia Piwolinski hat nach eigenen Angaben bereits ein Ordnungsgeld an die Stadt bezahlt.

Wirtschaftlich soll es den Gastronomie-Betrieben im Vest nicht gut gehen: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten warnt vor einem Kneipensterben im Kreis Recklinghausen.

Zusätzlich warnt die NGG, dass beim Trinkgeld einige Gastronomen im Kreis Recklinghausen schummeln würden.

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