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Das „alte“ Kreishaus an der Kurt-Schumacher-Allee in Recklinghausen ist 38 Jahre alt.

Kreishaus Recklinghausen

Gegenwehr aus Sinsen für den Neubau

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MARL - Peter Wenzel (Fraktionsvorsitzender der SPD) und Arvid Weber (Vorsitzender der SPD in Sinsen) sind in Sinsen von Tür zu Tür gegangen. Sie fragten „Wie oft waren Sie schon im Recklinghäuser Kreishaus?“ Die Befragten antworteten mit: Nie!

Straßenverkehrsamt und Kfz-Zulassungsstelle an der Stettiner Straße in Marl hatten dagegen viele Befragte mehr als einmal besucht. Aus ihrer Bürgerbefragung ergibt sich für die Sinsener SPD nun eine Alternative zum umstrittenen Kreishaus-Neubau: Warum nicht auch andere Kreisbehörden so wie das Straßenverkehrsamt dezentral in den Städten unterbringen?

Politik und Verwaltung kämen damit dem Bürgerwillen jedenfalls näher als mit dem geplanten 130 Millionen teuren Kreishausneubau, so die Ansicht der Sozialdemokraten. „Ich höre sehr viele kritische Stimmen in der Nachbarschaft, in Vereinen und Verbänden“, sagt der Sinsener Ortsvereinsvorsitzende Arvid Weber im Gespräch mit unserer Zeitung. Kommunalpolitik müsse den Willen der Bürger abbilden. Ob dies beim Kreishausneubau gelungen ist, werde ernsthaft in Zweifel gezogen, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Wenzel: „Nicht Gemäuer, sondern Konzepte sollten überzeugen!“

Erst am 20. August war die SPD in Marl zu einer Informationsveranstaltung zusammengekommen, in der die Marler Kreistagsabgeordneten sowie der Landrat Cay Süberkrüb die Fakten für den Kreishausneubau darstellten. „Sicherlich gibt es gute Argumente für den Kreishausneubau“, sagt Arvid Weber „aber Jubel für den Kreistagsbeschluss habe ich keinen vernommen.“

Als Gegner des Kreishaus-Neubaus hatten sich bisher in Marl und anderen Städten eher CDU und Linke hervorgetan. Sie unterstützen auch die von dem Dorstener Uwe Kähler initiierte Unterschriftensammlung für ein geplantes Bürgerbegehren. Bürgermeister Werner Arndt beobachtet, wie die Debatte um das Kreishaus auch in der eigenen Partei diskutiert wird. „Solche Prozesse gehören zur Demokratie“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir warten jetzt ab, ob es ein Bürgerbegehren gibt und mit welchem Ergebnis, dann wird es eine politische Bewertung geben müssen.“

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