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Per Sauger werden die Nester mit den Larven von den Bäumen geholt.

Larven im Visier

Tropenextrakt gegen den Eichenprozessionsspinner

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MARL - Mit weiß-roten Flatterbändern hat die Stadtverwaltung ganze Baumzüge an der Langehegge im vergangenen Frühsommer sperren lassen: Hier waren Nester von Eichenprozessionsspinnern gemeldet worden.

Ihre Härchen können bei Menschen allergische Reaktionen auslösen. Damit sich die Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr erst gar nicht so groß im Stadtgebiet verbreiten, will der Zentrale Betriebshof zum Test erstmals präventiv tätig werden. In ca. drei bis vier Gebieten im Stadtgebiet soll eine Fachfirma unmittelbar nach der Eichenblüte aktiv werden und rund 60 bis 90 Bäume ins Visier nehmen. „Wir haben dann nicht viel Zeit“, betont Riccarda Ast aus der städtischen Pressestelle. Die Fachfirma muss zunächst im Blick behalten, wann die Bäume blühen, da dann die Larven schlüpfen würden. Ab dem dritten Stadium (insgesamt durchlaufen sie sechs) entwickeln sie weiße Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopein enthalten. Es kann bei Körperkontakt Beschwerden bis hin zu Atemnot auslösen.

Bevor die Larven also diese giftigen Haare bekommen, müssen Mitarbeiter der beauftragten Firma die Blätter der ausgewählten Bäume mit einem Extrakt aus Tropenholz bespritzen. Damit er wirkt, darf es zwei Tage lang nicht regnen. „Das Biomittel breitet sich nach der Aufnahme im Verdauungstrakt aus und bewirkt, dass die Larven nicht mehr fressen. So wachsen sie nicht weiter, erreichen das für den Menschen schädliche Stadium gar nicht mehr“, verdeutlicht Riccarda Ast.

Für den Menschen ungefährlich

Für den Menschen sei das Mittel Tropenextrakt in der Regel ungefährlich. „Da wir aber nicht wissen, wie Allergiker darauf reagieren, sperren wir während der Maßnahme rund um die ausgewählten Bäume alles ab“, kündigt Riccarda Ast an. Die „Sprüh“-Einsätze sollen daher nicht zu den Hauptverkehrszeiten, sondern in Randzeiten stattfinden. Es ist übrigens nicht gesagt, dass gerade Bäume, die in der Vergangenheit besonders von den Spinnern befallen waren, in diesem Jahr auch wieder geschädigt werden. „Das kann man so nicht vorhersagen“,meint Riccarda Ast.

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