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Zwei Schülerinnen melden sich während des Unterrichts. Doch nicht jede Schulstunde findet statt. Die Landesregierung will wissen, wie oft Unterricht ausfällt und weshalb. Eine Erhebung soll darüber Aufschluss geben.

Lehrer sammeln Daten

Dem Unterrichtsausfall auf der Spur

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MARL - Wie viele Schulstunden in NRW ausfallen, will das Land jetzt genauer wissen. Die Schulen müssen die Daten jetzt statistisch erfassen. Mit einer neuen Software gibt es in Marl bisher keine Probleme. Ob ausreichend Personal vorhanden ist, erfasst sie nicht.

Seit dem Ferienende bedienen Lehrer mit Organisationsaufgaben auch in Marl eine neue Software: „UntStat“ heißt sie – das ist das Kürzel für den Wörterhaufen „Flächendeckende Unterrichtsausfallstatistik mit Detailerhebung“. Jede Abweichung vom regulären Stundenplan müssen die Pädagogen jetzt bei UntStat eingeben. Bisher gab es in NRW nur Stichprobenerhebungen. Danach fiel nicht einmal jede 50. Schulstunde aus. Praktiker äußerten ihre Zweifel. Die neue Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) will keine Stichproben mehr sehen, sondern exakte, verlässliche Zahlen aller 5000 Schulen in NRW. Deshalb wurde „UntStat“ auf den Computern der Schulbüros installiert.

Nun müssen die Lehrer eingeben, ob Kolleginnen schwanger sind, ob es Vertretungsstunden gab oder ob die Unterrichtsstunde ersatzlos ausgefallen ist. Doch nicht jede Realität bildet die Statistik ab. Wenn es für ein bestimmtes Schulfach zu wenig Personal gibt und Kollegen Mehrarbeit leisten, könne sie das nicht erfassen, kritisiert Christina Köhn, stellvertretende Leiterin der Ernst-Immel-Realschule. „Ohne ausreichend Personal kommt es zum Unterrichtsausfall – ganz einfach“, bemängelte der Verband Bildung und Erziehung (VBE) schon vorab den „Faktencheck“ des Ministeriums. Und selbst wenn alle Lehrerstellen besetzt sind, wie am Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasium, kann Unterricht ausfallen. „Krankheitsfälle gibt es immer“, sagt Schulleiterin Dorothee Schlüter. „Deshalb brauchen Schulen eine Personalreserve.“

„Schulen brauchen eine Personalreserve“

Um genaue Gründe für den Unterrichtsausfall zu finden, erhebt das Schulministerium in einem zweiten Verfahren Details – allerdings nur stichprobenartig. Auch Marler Schulen wurden dafür im vergangenen Schuljahr per Zufallsgenerator ausgewählt: Zwei Wochen lang mussten sie erfassen, weshalb Stunden nicht gegeben werden konnten und ob es lange Krankheitsfälle gab. Basis war ebenfalls die Software UntStat.

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