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Marianne Brauckmann plant die Runderneuerung der Stadtbibliothek. Die Kunden sollen nicht mehr lange suchen – und Zeit für Muße gewinnen.

Marianne Brauckmann ist neue Leiterin

Leben in die Stadtbibliothek bringen

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MARL - „Das schaffen wir nicht“ – diesen Satz gibt es nicht im Wortschatz von Marianne Brauckmann (59). Die neue Leiterin der insel-Bibliothek will aus der städtischen Bücherei einen lebendigen Treffpunkt machen, den mehr Menschen nutzen als die rund 4 000 Ausleiher.

20 bis 40 Prozent der Bevölkerung sollen in die Bibliothek kommen: „Daran müssen wir arbeiten. Wir schaffen das", sagt Marianne Brauckmann. Mit gespreizten Fingern führte sie im Kulturausschuss einen zerfledderten Einkommenssteuer-Ratgeber von 2009 vor. Den hat sie in einem Regal gefunden – einer der vielen unbrauchbaren Bände, die raus müssen. Jede Bücherei, sagt die Diplom-Bibliothekarin, brauche alle zehn Jahre eine Runderneuerung. In Marl ist sie überfällig.

Durch das Ausmisten soll es gemütlicher werden: „Die Regale stehen im Moment noch viel zu dicht, da kommt nur ein Kunde durch.“ Dringend brauche die Zentralbibliothek auch eine Ecke mit Lesesofa, die zum Schmökern und Verweilen einlädt.

Marianne Brauckmann hat sieben Bibliotheken geführt – in reichen und armen Städten. Dass Marl knapp bei Kasse ist, hindere sie nicht daran, Leben in die Bibliothek zu bringen: „Wir müssen kreativ, offen und beweglich sein, kein Elfenbeinturm. Das kriegen wir hin.“

Lese-Abstinenzler ansprechen

Die meisten der jährlich 85 000 Besucher kommen dienstags. Also soll ab 2016 an jedem ersten Dienstagabend im Monat etwas los sein in der Bibliothek: Autoren werden ihre Romane vorstellen, Menschen auf dem Podium diskutieren. Die Bibliothek wird Neuerscheinungen der Buchmessen vorstellen, Großeltern Geschenktipps zu Weihnachten geben, ein literarisches Frühstück servieren.

Die 56 000 Bücher und Medien will Marianne Brauckmann aktualisieren und auf die Zielgruppen zuschneiden: auf Wanderlustige, Senioren, junge Eltern oder auf Schüler, die Helfer fürs Abitur suchen. Auch die Lese-„Abstinenzler“ zwischen 14 und 40 Jahren will sie erreichen.

Dazu muss die Bücherei häufiger geöffnet sein, auch samstags, und moderner werden: Acht Internetplätze sind das Ziel – derzeit sind es vier. Damit die Leser E-Books testen können, braucht eine moderne Bibliothek WLAN. Eine weitere Baustelle ist die Systematik. Demnächst sollen die Kunden keinen Zahlensalat mehr vorfinden, sondern zeitgemäße Schlagworte: „Länder und Reisen“ statt „Erd (wie Erdkunde) 136,4".

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